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riums, von welchem der westliche Teil sich noch in den Grundmauern erhalten hat, nämlich ein Raum mit halbrunder, nach W. hinausragender Abside von 5,80 m lichter Weite und 10 m Länge mit 70— 75 cm starker Mauer.“ Der Plan zeigt, dass an die Seitenmauern des halbrunden Baus sich nach N. und S. je zwei parallele Mauern ansetzten, ganz wie bei unserem Prätorium, nur dass sie bereits in viel grösserer Nähe am Centralbau abbrachen.
Noch mehr stimmt das Wörther Prätorium mit dem unsrigen überein. Über dasselbe existiert bis jetzt nur ein vorläufiger Bericht des um die römische Limesforschung hochverdienten Entdeckers ohme Plan.¹) Doch ist die Beschreibung so klar, dass die vollkommene Analogie zu dem Rückinger Prätorium, dessen Plan abgesehen von den Massen geradezu zur Erklärung des Conradyschen Textes verwendet werden könnte, in die Augen springt. Conrady sagt:„Im Innenraum des Kastells, rückwärts der Via principalis, wurden die Oberreste eines sehr umfangreichen Prätoriums bplossgelegt. Dasselbe musste, wenn sein Umriss einigermassen gleichmässig gewesen war, einen unverhältnissmässig grossen Raum eingenommen haben. Denn sein linker Flügel nähert sich der Flankenmauer bis auf 19 m, und die Rundung der an seiner Rückseite vorspringenden Abside der Porta decumana bis auf 17 m. Die Gesamtbreite des Gebäudes würde dann ungefähr 40, die Tiefe etwa 28—30 m betragen haben. Leider fehlten jedoch, namentlich auf dem rechten Flügel, hin- reichende Anhaltspunkte, um den anscheinend sehr interessanten Grundriss einigermassen rekon- struieren zu können. In Ermangelung einer Abbildung muss auf eine nähere Beschreibung des Vorgefundenen verzichtet werden. Geschlossenes zum Teil sehr exaktes Mauerwerk zeigte sich überhaupt nur an dem erwähnten, bis zum Scheitel 9 m langen, 6,90 m breiten Rundbau, sowie an der Halle am linken Flügel von 12,60 m Länge und 8 m Breite, in welcher sich zwei Reihen isolierter gemauerter Pfeilerfundamente(etwa für Holzsäulen) vorfanden. Weitere Gebäulichkeiten wurden im Innenraum des Kastells nicht ermittelt.“
Wir sehen, hier stimmt sogar der Umstand mit dem Befund des Rückinger Prätoriums über- ein, dass, während der südliche rechte Flügel in geringer Entfernung vom Mittelbau abbricht, das Fundament der nördlichen Halle vollkommen erhalten zu sein scheint. Herr Conrady war, wie er mir persönlich mitteilte, zu demselben Resultat gekommen wie wir: dass das Prätorium nicht vollendet sei. Aber drei in gleicher Weise unvollendete Prätorien an dem Limes würden eine sehr auffallende Erscheinung sein. Nicht minder affallend aber dürfte der Befund sein, wenn man an- nähme, die Prätorien seien nur bis zu der Ausdehnung, in der ihre Fundamente erhalten sind, massiv beabsichtigt gewesen; denn in diesem Falle würde man wenigstens die ganze der Porta decumana zugekehrte Seite als massive Façade ausgeführt haben. Ich überlasse die Erklärung der höchst interessanten Erscheinung technisch geschulten Kräften und wende mich zu dem Versuch, ohne Eingehen auf die architektonischen Verhältnisse, auf Grund der erkennbaren Teile des Grund- risses und unter Heranziehung der wenigen sonst systematisch ausgegrabenen Prätorien im All- gemeinen die Beschaffenheit und den Zweck des unsrigen zu bestimmen.
Das bekannteste dieser Bauwerke ist das Prätorium der Saalburg. Gerade dieses aber kann, da es nach der Ansicht eines der verdientesten Erforscher des Taunuslimes, Rossel,²) ein aus ver- schiedenen Perioden stammender Komplex von Gebäaden ist, ebenso wenig als normales Beispiel eines einheitlich angelegten Prätoriums des 3. Jahrhunderts gelten, wie die Saalburg selbst in der
¹) Vgl. Westdeutsche Zeitschrift III, III 266 ff. Die Erforschung des römischen Limes mainabwärts von Milten- berg. S. 275. ²¹) Vgl. Rossel, Die römische Grenzwehr im Taunus. Wiesbaden 1876. S. 30 und 31, N. 15.
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