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und wohldurchdachte Durchführung der Aulage aus. Wir sahen, dass man bei der Anordnung der Befestigungen dem Terrain entsprechend drei getrennte Verteidigungsabschnitte schuf und be- sondere Vorkehrungen traf, um die durch Sümpfe unterbrochenen Stellen der Befestigungen zu sichern; wir sahen ferner, dass man bei der Anlage der Wachttürme nicht nur auf eine mög- lichst gleichmässige Entfernung derselben von einander bedacht war, sondern auch dafür Sorge trug, dass eine hinreichende Bewachung des Pfahlgrabens an allen besonders wichtigen Punkten desselben ermöglicht wurde, und endlich sahen wir, dass man keine Mühe scheute, um in zweck- entsprechender Weise durch Anlage von Strassen, Brücken und Dämmen die Kommunikation der Truppen hinter dem Pfahlgraben sicher zu stellen.
Aus der Sorgfalt, mit der man die an die Sümpfe stossenden Enden des Grenzwalles gegen Umgehung sicherte muss unbedingt gefolgert werden, dass der Pfahlgraben überall ein sehr wirksames Hindernis bildete, denn andernfalls wären solche Massnahmen nicht erforderlich gewesen besonders nicht an diesen Stellen, die ohnehin durch Türme bewacht wurden. Zu dem gleichen Resultat führt die Thatsache, dass vor dem Wall ein Spitzgraben und ausserdem wahrscheinlich eine Hecke an- gelegt war, also Einrichtungen, die gewöhnlich nur bei Befestigungen vorhanden waren, die ver- teidigt wurden.—
Wenn nun auch nicht davon die Rede sein kann, dass der Grenzwall in ausge- dehntem Masse zur Aufstellung von Truppen benutzt wurde, so ist es doch denkbar, dass in Friedenszeiten eine partielle Verteidigung desselben z. B. in solchen Fällen stattfand, in denen man rechtzeitig darüber unterrichtet war, dass kleine feindliche Trupps den Versuch beabsichtigten, be- hufs Ausführung von Raubzügen an bestimmten Stellen die Grenzbefestigungen zu durchbrechen.
Von ganz besonderer Wichtigkeit ist ferner die hinter dem Grenzwall konstatierte breite Militär- strasse, die in diesem ausnehmend schwierigen Terrain jedenfalls in den vorhandenen Dimensionen und unter Aufwendung so umfangreicher Arbeit nicht angelegt worden wäre, wenn militärische Rück- sichten dies nicht erfordert hätten. Aus der Existenz dieser Strasse müssen wir schliessen, dass nicht nur ein unausgesetzter Patrouillengang sondern auch grössere Truppenbewegungen an dem Grenzwall stattfanden.
Sind wir nun auch in Ubereinstimmung mit Herrn Oberst v. GCohausen der Ansicht, dass der Pfahlgraben im Frieden in der Hauptsache als Zollgrenze und zur Verhinderung räuberischer Einfälle diente, so glauben wir andererseits, dass der genannte Forscher den Wert der Grenzbefestigungen erheblich unterschätzt, wenn er sagt:
„Für den grossen Krieg war die Bedeutung des Pfahlgrabens eine symbolische, in- dem er die ungeheuere Thatsache eines Angriffes auf die Majestät des römischen Reiches kon- statierte. Dann mögen allerdings die Kastelle, welche die Hauptstrassen, die aus dem Ausland herein- führten, verlegten, den Angreifer mit seinem Tross einige Zeit aufgehalten und überhaupt Zeit geschaffen haben, die Legionen herbeizuführen, den Widerstand im Inland zu organisieren und die Flucht der Bewohner und ihrer Habe zu erleichtern; aber ein Hindernis bildete der Pfahl- graben nicht.“.
Zwar halten auch wir es für durchaus selbstverständlich, dass die Grenzbefestigungen allein nicht im Stande waren eine feindliche Invasion zu verhindern, aber in Verbindung mit der in der Provinz aufgestellten mobilen Armee war ihre Bedeutung für die Verteidigung des Landes den- noch zweifellos eine eminente, jedenfalls keine geringere als unter den heutigen Verhältnissen die der modernen Grenzfestungen.
Den sichersten Aufschluss über den hohen Wert der Grenzbefestigungen gibt uns die aller-


