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Noch ist zu erwähnen, dass in der Richtung zwischen der angenommen Brückenstelle und dem Kastell Rückingen, auf den unmittelbar nördlich des Flusses gelegenen Ackern, ein Streifen auffällt, der sich dadurch bemerkbar macht, dass er mit unzähligen Bruchstücken von Backsteinen bedeckt ist. Bei näherer Untersuchung dieses Streifens stellte sich heraus, dass die Ziegelbrocken von der Schüttung eines Weges herrühren(Taf. III), der vermutlich einst die Brücke mit dem Kastell verband. Wenn nun auch die Auffindung dieser Strasse nicht direkt auf eine Uberbrückung jener Flussstelle schliessen lässt, so müssen wir doch aus dem Vorhandensein dieses Weges fol- gern, dass von dem Kastell aus ein lebhafter Verkehr nach diesem Punkt stattfand und weiter, dass dieser Verkehr wahrscheinlich mit der Besetzung unserer Pfahlgrabenstrecke zusammenhing, da diejenigen Truppen, die in der Richtung auf Marköbel entsandt wurden, schwerlich den Umweg nach der Kinzig machten.
Fügen wir schliesslich noch hinzu, dass unsere Brücke, unter Berücksichtigung der beiden auf Taf. III angedeuteten toten Arme der Kinzig, taktisch richtig auf einem nach dem jenseitigen Ufer geöffneten Bogen des Flusses angelegt war, so glauben wir ein überzeugendes Beweismaterial für den angenommenen Flussübergang sowohl, als auch gleichzeitig für die über die Nachbarwiesen führende Hauptverbindungslinie zwischen dem Kastell Rückingen und unserer Pfahlgrabenstrecke erbracht zu haben.
Wie aber passt nun die vorerwähnte Brücke über die Lache ihrer Lage nach in unser System? Wie die Verhältnisse jetzt liegen, kann der Verbindungsweg zwischen dem Kastell Rückingen und unseren Wachttürmen nicht von der Kinzigbrücke nach der Lachebrücke geführt und gleichzeitig das Stück Militärstrasse berührt haben, welches wir in der Nähe der Kreuzungs- stelle des Grenzwalles mit der Lache vorfanden. Für die Aufklärung dieses Widerspruches sind zwei Annahmen möglich, entweder änderte die Lache in dieser Gegend ihren Lauf, oder es bestand noch eine zweite Verbindung zwischen den Wachttürmen und dem Kastell Rückingen, welche von der Lachebrücke durch das Forstrevier„alte Haag“ führte. Beide Fälle haben gleiche Wahrschein- lichkeit für sich, denn einmal ist die Lache, wie auch schon ihr Name andeutet, kein scharf in das Terrain eingeschnittener Bach, sondern besteht, namentlich an der hier in Betracht kom- menden Stelle, aus einer Kette kleiner Weiher, welche, wie der Augenschein zeigt, sehr wohl wesentlichen Anderungen unterworfen sein konnte, andererseits aber ist es durchaus nicht unwahr- scheinlich, dass man zu Zeiten, in denen die Nachbarwiesen, und vielleicht auch der hier gelegene Grenzwall, überschwemmt waren, dieses Terrain ganz unbewacht liess und alsdann die in dem höher gelegenen Gebiet befindliche zweite Verbindungsstrasse benutzte, wobei man die Kinzig mittelst Nachen und die Lache auf der nachgewiesenen Brücke passierte. Die endgültige Klärung dieser Fragen muss weiteren Forschungen vorbehalten bleiben.
6. Die Besatzung.
Die überaus grosse Bestimmtheit einerseits, mit der in„dem römischen Grenzwall in Deutsch- land“ durch Herrn Oberst v. Cohausen, also von fachmännischer Seite, die Besatzungsfrage be- handelt worden ist, und die Unsicherheit andererseits, mit der gewöhnlich die nicht militärisch gebildeten Forscher an diese Frage herantreten, veranlassen uns, diesem Gegenstannd eine etwas eingehendere Besprechung zu Teil werden zu lassen, als der Rahmen dieser Arbeit erfordert. Wenn wir es hierbei nicht unterlassen, die bestehenden Ansichten einer Kritik zu unterziehen, so geschieht dies lediglich desshalb, weil wir der Ansicht sind, dass eine Diskussion der betreffenden
Hypothesen für die Sache nur förderlich sein könne. 4*


