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zeichen doch zu unsicher, um zu einigermassen bestimmten Resultaten zu führen. Erst nach wei- teren 2 Jahren, und zwar im Frühjahr 1883, wurde die zusammenhängende Reihe der in Taf. II eingetragenen 7 Türme ermittelt, durch Ausgrabungen— die namentlich bei den Türmen B, C, D,. E und F recht sorgfältig ausgeführt wurden— festgestellt, und vermessen.
Turm A. Entfernung von der Porta principalis sinistra des Kastells Grosskrotzenburg 850 m, vom Grenzwall 35 m. Derselbe wurde erst nach mehrtägigem Suchen auf einer voll- kommen eingeebneten Stelle vorgefunden, welche 64 m(am Pfahlgraben gemessen) nördlich des Schienengeleises der Hessischen Ludwigsbahn liegt. Die Nachgrabungen, welche hier stattfanden, beschränkten sich darauf, dass in einer Tiefe von 75 cm ein Fundament aus Basaltsteinen konsta- tiert wurde; ausserdem wurden Mörtelbrocken, Gefässreste und auffällig viel Backsteine aufgefunden. Das reichliche Vorkommen der letzteren ist erklärlich durch die Nähe der römischen Ziegeleien von Grosskrotzenburg.
Turm B. Entfernung von Turm A 1080 m, vom Grenzwall 48 m. Die Reste dieses Turmes, welche 60 m von dem Nordrande des Torfbruches entfernt auf einer möglichst hoch gele- genen Stelle zu suchen sind, bilden gegenwärtig noch einen ziemlich grossen Trümmerhaufen. Das Fundament ist zwar gänzlich herausgebrochen, jedoch konnte aus dem mit Mauerresten aller Art ausgefüllten Fundamentgraben die mit den übrigen Türmen übereinstimmende Form und Grösse desselben noch hinreichend festgestellt werden.
Turm C(Taf. II, Figur 9). Entfernung von Turm B 832 m, vom Tor des Neuwirths- haus-Kastells 620 m, vom Grenzwall 40 m. Die von Hanau nach Aschaffenburg führende Chaussee schneidet an dieser Stelle 2 kleine, nördlich bezw. südlich derselben gleich weit hinter dem Pfahl- graben gelegene, Hügel von etwa 10— 12 m Durchmesser an, zwischen welchen sie hindurchführt.
Bei Auffindung dieser Hügel wurde zunächst die Vermutung aufgestellt, dass hier zwei Türme vorhanden gewesen seien, jedoch fand sich bei den späteren Ausgrabungen nur in dem nörd- lichen Hügel Mauerwerk vor, während der südliche vereinzelte, teilweise durch Brand geschwärzte Basaltsteine und Gefässscherben sowie Kohlen- und Knochenreste— vorzugsweise also Feuerstellen — enthielt. Die Turmfundamente waren bei Anlage der Chaussee zum Teil herausgebrochen, in- des ergaben die erhaltenen Reste, bezw. der mit Mauertrümmern ausgefüllte Fundament- graben, noch Anhaltspunkte genug, um auch hier die Übereinstimmung des Grundrisses mit dem der übrigen Türme konstatieren zu können. Was den südlich der Chaussee’ gelegenen Hügel anbetrifft, so glauben wir nach dem Befund desselben annehmen zu müssen, dass hier ein Zelt oder eine leichte Holzbaracke stand, welche den dienstfreien Turmwächtern zum vorübergehenden Aufenthalt diente. Hierauf lassen namentlich die vorgefundenen Feuerstellen sowie der Umstand schliessen, dass letztere auf einem künstlichen Hügel lagen, welcher nur zum Zweck der Ableitung des Regenwassers hergestellt sein konnte. Überdies ist es mehr als wahrscheinlich, dass nicht sämtliche Turmwächter sich während des ganzen Tages in dem Turm aufhielten, vielmehr den grösseren Teil der Zeit ausserhalb desselben zubrachten, schon um die Speisen zuzubereiten und für ihre sonstigen Bedürfnisse Sorge zu tragen. Während der Nacht mögen dieselben allerdings wohl der gesicherteren Unterkunft im Turm den Vorzug gegeben haben.
Turm D(Taf. II, Figur 8). Entfernung vom Turm C 935 m, vom Thor des Neuwirths- haus-Kastells 315 m, vom Grenzwall 30 m.
Auch an dieser Stelle befinden sich, in gleichem Abstand von dem Pfahlgraben, zwei kleine flache Hügel von annähernd quadratischen Grundflächen und 11 m Seitenlängen, die etwa 5 m von einander entfernt liegen und von welchen gleichfalls der nördlich gelegene die Turmreste enthielt,


