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denn ohne dieselbe würde die kirchliche Gemeinde in sich absterben, es würde ihr die Verjüngung in den geschichtlich und natürlich berufenen Nachkommen fehlen. Der in Lehre und Leben der bestehenden Gemeinden gleichartige Nachwuchs würde ausbleiben. „Wie die Grammatik Wunder thut in der Schule, also thut der Katechismus Wunder in der Kirche“ ¹), sagte ein sehr angesehener Pädagog, und in gleichem Sinne sprechen sich iausend andere Stimmen über den hohen Werth des katechetischen Unterrichts für die Kirche und Cultur im Allgemeinen aus. Besonders sind Luthers den Katechism hoch- stellende Worte sehr lesens- und beherzigenswerth, z. B.„die besten und nützlichsten Lehrer und den Ausbund halte man die, so den Katechismum wohl treiben können, das sind seltsame Vögel²), denn es ist nicht gross Ruhm noch Schein bei denen, aber doch grosser Nutz. Und ist auch die nöthigste Predigt, weil darin kurz begriffen ist die ganze Schrift, und kein Evangelium ist, darin man solches nicht lehren könnte, wenn man's nur thun wollte und sich des gemeinen armen Mannes annähme zu lehren. Man muss ja dem Pöbel solch kurz Ding immer vorbläuen, als Vater unser und 10 Gebote, Glauben“ etc.„Lasse sich hier Niemand zu klug dünken und verachte solch Kinderspiel“(den Katech.),„Christus, da er Menschen ziehen wollte, musste er Mensch werden. Wollen wir Kinder ziehen, so müssen wir auch Kinder mit ihnen werden. Wollte Gott, dass solch Kinderspiel wohl ge- trieben würde, man sollte in kurzer Zeit grossen Schatz von christlichen Leuten sehen, und dass reiche Seelen in der Schrift und Erkenntnis Gottes würden“ ³).
Treffend ist auch der Ausspruch in der hess. Kirchenordnung v. J. 1566:4)„Dan wir seindt gentzlich der meynung, das, wo der grundt des Catechismi in allen Kirchen nicht zuvor recht gelegt sei, da werde alle Arbeit, das ander darauff zubaven, vmbsonst vnd ver- geblich angewendet, vnd dieweil wir sehen, das in der Apostel schriften, diese lehr des Cat. allenthalben vns fürgehalten, erkleret und befohlen wirdt, were es fast vbel gethan, wenn wir sie nicht auch mit allem fleiss lereten und trieben.“
„Ubicunque catechisatio non habetur, ibi stuperda est ignorantia. Vulgus enim ac plebs populariter vult erudiri.— Quod nisi fiat, barbarismus inducatur necesse est.“ ⁵)
Aus der kat. Lehrthätigkeit und wieder für dieselbe sind die mannichfaltigen Katechis- men(das Wort nach heutigem Sprachgebrauch genommen) entstanden. Es gab und gibt
1) Ein Wort H. Tulich's(f a. 1540) s. Bertram Ev. Lüneburg. I. p. 89.
2) Vorrede auf den Propheten Sacharja. Gessert S. 151.
3) Jen. Ausgb. 3. Tom. S. 298 b. Gerlach'sche Ausg. 8. S. 13. Sehr lesenswerth sind in die- ser Beziehung auch Luther's Vorreden zu seinen Katechismen und seine Aeusserungen in den Tisch- reden XI, S. 111 ctc. in der Frkf. Ausg. 1593.
4) In der Sammlung der fürstl. hess. Landesordnungen. 1. Theil S. 250 u. 251.
5) Aus Brunnemanns jus eccl., s. Walck introd. p. 695.


