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Mannhardt nachgewiesen hat, dass es die Befreiung der Wolkengöttin Vvorstellt. Dabei sind die Kinder abwechselnd, wie sie erhascht werden, die Jungfrau, die wol die Los geheissen haben mag.— Bei einer Art des Spieles aber wird der Thurm'’, in dem die Jungfrau sitzt, d. h. sie selbst mit dem den Thurm vorstellenden Gewande, umgeworfen und die Steine des Thurms durch Klopfen ausgebrochen. Dadurch wird„die Prinzessin erlöst“. M. 497. Sicher wurde es dabei als schwierig angesehen, die Steine so herauszu- nehmen, dass sie sich nicht verschieben und die Jungfrau verletzen, denn der Sinn des Spieles verlangt doch das Ueberwinden wenigstens einer fingirten Schwierigkeit. Nun gibt es aber ein anderes Spiel folgender Art: Viele kleine zierlich geschnitzte Stifte und Stäbchen werden auf dem Tische durcheinander geworfen und bleiben so liegen, wie der Zufall sie aneinander lehnte, stützte, durchkreuzte, überbrückte, und die den Mitspielern gegebene Aufgabe ist dann die kleinen Stifte so vorsichtig einen nach dem andern abzu- heben und herauszuziehen, dass sich nichts bei ihnen rührt und verschiebt. Dieses Spiel heisst Lenorchen—(Sander, deutsches Wörterbuch unter Lenore).— Sollte es nicht von der Aehnlichkeit mit dem Kinderspiele so genannt worden sein, das so hiess, weil die erlöste Prinzessin„Lenore“ war?
Von einer grossen Anzahl hierher gehöriger Namen und Ausdrücke, die im Zusam- menhang mit Holdamythen vorkommen, will ich nur noch einen erwähnen, weil er zur theil- weisen Berichtigung, zugleich aber zur Bestätigung von früher Bemerkten dient.— In dem oben angeführten Kinderspiele singen bei uns die Kinder deutlich:„Elau- Ise“ u. s. w. Ich glaubte früher Eh für sich als Interjection nehmen zu müssen, finde aber jetzt Elau durch die westphälische„Jungfer Eli“ erklärt, welche in einer Sage von Freckenhorst als die dämonische Holda erscheint.— Mit der Zusammensetzung vergleiche ich ausser Friggaholda noch Isenberta, Hildenberta, Holdalara(in einem Ortsnamen in Förstemann'’s Namenbuch), Berthold, den Familiennamen Eisenlohr u. a.— Dass über- haupt der Name der Göttin in dem Liede vorkam, zeigt auch die pfälzische Form: „Hel auf der Wiese“.
Ich komme auf die rheinische Lora zurück.— Zu meiner Freude kann ich vor Allem anführen, dass in der wichtigen Stelle des Minnesängers Marner:„der nibelunge hort ligt in dem Lurlenberge“ das, was ich aus inneren Gründen als nothwendig nach- gewiesen, nun als wirklich auch äusserlich bestätigt ist. In der neuen Ausgabe von Grimm's Heldensage sagt Müllenhoff, nachdem er die auch von mir angegebenen Gründe für obige Lesart angeführt, weiter:„In der Pariser Handschrift, die allein den Spruch überliefert, steht„Lurlenberge“(v. d. Hagen’, Anmerkung zu den Nibelungen S. 317, N. S. 4 529 Anm. 3), und Simrock(Rheinland 1865 S. 51. 274) hätte sich nicht durch die eine der beiden Durchzeichnungen, die er sich neulich davon aus Paris verschafft hat, und die mir beide vorgelegen haben, irre machen lassen sollen, da sich nur daraus er- gibt, dass das l mit dem v verbunden leicht als b verlesen werden konnte. Ohnehin ist das Zeugniss unbefangener Ungelehrten mehr werth, als das verkehrter Gelehrten. Mone wies im Anzeiger 5(1836) 142 in Speier im 14. Jahrhundert eine„domus dicta Lurlen-


