seinen österreichischen Sagen beigebracht, ja zum Theil grade desswegen, nicht recht zutreffend finden, da man zwar an den Tagen die Zukunft unter Anderm auch durch Lossen und Lauschen zu erforschen suchte, zunächst aber sie so nannte, insofern man in den 12 Tagen ein Vorbild der 12 Monate des kommenden Jahres sah. Ich glaube daher, dass man die den höchsten Göttern heilige Zeit von diesen ihren Namen so ge- nannt— in der Eifel sagt man statt Lauster- auch Lastage, wie der Monat Januar Lasmonat hiess— und erst später, als man das Wort nicht mehr verstand, an Lossen und Lauschen gedacht und der Ausdruck auch auf andere Tage, an denen man die Zu- kunft zu erkennen glaubte, übertragen habe. Im Rheingau sagt man Lauerzeit, aber an Lauern ist doch nicht zu denken.
In den Schweizersagen kommt häufig ein gespenstiges Schwein, das sich deutlich als Frea's heiliges Thier oder sie selbst zeigt, unter dem Namen Losthier, Dorflos u. s. w. vor, und hier, wie noch mehr in Baiern, bedeutet das Wort überhaupt Mutterschwein. Schmeller im Bairischen Wörterbuch II., 501, weiss keine Erklärung zu geben, denn die- ausgesprochene Vermuthung trifft nicht zu. Er erwähnt aber, dass es in Oberdeutsch- land Spiele gäbe, bei denen es darauf ankomme,„wer die Los kriege oder würde““, und den auch sonst bekannten Gebrauch beim Ausdreschen. Man achtet darauf, wer„die Los kriege oder werde“, d. h. wer den letzen Schlag thue. Ihm ist ein besonders grosser Küchel, er Losküchel, beschieden. ISt sie einer Dirne zugefallen, so binden die Knechte eine schweinähnliche Figur aus Stroh zusammen, welche von der Dirne zur Tenne eines Nachbars, wo man noch zu dreschen hat, gebracht und der dort gewonnene Los zur weiteren Spedition übergeben werden muss.— In Norddeutschland heisst aber(K. N. 394 ff.) die zuletzt heimgebrachte Garbe nicht blos„der Alle“, sondern auch„die Junfer“, wie in England die harvestdame; auch, der beim Dreschen den letzten Schlag gethan, heisst der„Alle“; die Garbe wird ferner der„Hahn“ und ein Bund Flachs„Flachskröte“ genannt und dieses dem Nachbar gebracht; es ist mit dem Allem ein Fest mit Essen und Trinken verbunden, und Kuhn erkennt darin ein Opfer an Wodan und Holda. Es muss also wohl bei dem bairischen Gebrauch Los dieselbe Göttin bedeuten, und wenn es zweifelhaft bleibt, ob sie von ihrem Thiere oder dieses von ihr benannt worden sei, so nehme ich Letzteres als das Wahrscheinliche an. Denn erstens führt das obige Los- thier darauf, was doch am Einfachsten als Thier der Los(K. W. 331) verstanden wird; sodann werden auch sonst die heiligen Thiere mit den Namen der Götter genannt; und während es wenigstens bis jetzt keine Erklärung des Wortes gibt, wäre diese, wenn aus dem Früheren hervorgeht, dass Laus ein Name der Göttin gewesen, gewiss zu- treffend. In Norddeutschland und Tirol bezeichnet das wahrscheinlich aus dieser Wurzel entsprossene Lorch(Unke und dann Kröte) zugleich das Thier und die im Grunde mit der Göttin identischen Elbe und Mare. Und auf einem scheinbar weit entlegenen Ge- biete gehört es doch in denselben Gedankengang, wenn im Neupersischen Anahit als Appellativum mulier mammosa bedeutet, weil die altpersische Anahita, die Wolkengöttin, so gedacht und dargestellt wurde.— Die von Schmeller erwähnten Spiele mögen der- selben Art sein, wie das auch bei uns sehr gewöhnliche„Jungfer im Thurm“, von dem
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