Aufsatz 
Die Loreleisage II / von Adolf Seyberth
Entstehung
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Beispielen deutscher und griechischer Sage goldene Ketten, Seile, Fäden als Bilder des Blitzes nachgewiesen hat, so wird das Hängen durch eineStelle der Edda erläutert. Odin, ⸗hing neun Tage, sich selber geweiht, am windigen Baume«, der Esche Yggdrasil und erdachte Runenlieder. Das ist aber(M. 582) nur das Hängen der Wolke, und so liegt es noch näher, die Wolkengöttin in goldenen Ketten aufgehängt zu denken, wenn die blitzdurch- zuckte Wetterwolke am Himmel hängt. Was man aber von und mit den Göttern ge- schehen glaubte, wird auch der Cultus dargestellt haben.

Ebenso wird man nach dem Früheren die Laus für die Wolkengöttin halten müssen in der Sage K. N. n. 147:

Der Lusberg bei Cheinitz.

Wenn man von Apenburg nach Cheinitz geht, liegt rechts am Wege ein Berg, auf welchem jetzt Tannen stehen, der heisst der Lusberg, und zwar hat er davon seinen Namen, dass dort früher eine grosse Laus an einer Kette gelegen. Nicht weit davon liegt ein kleiner Teich, bis zu dem hat die Kette gereicht, denn dorthin ist die Laus immer saufen gegangen.

Im Losberge bei Achen schläft Ludwig der Fromme, genau, wie Barbarossa im Kyffhäuser.(Grässe, preussisches Sagenbuch II, n. 95.) Wenn er zuweilen aufschrickt, schickt er einen Knappen nach Kunde von der Oberwelt aus, und schliesslich kommt alle Mal ein Gewitter, welches den Berg mit Blitz und Donner umbraust.

Auf dem Losberg in der Rhön kämpfen die Geister der Ritter einer benachbarten Burg in denRauchnächten der Weihnachtszeit, grosse, gespenstige Feuermänner, be- wehrt und bewaffnet, und von ihrem Schwertgeklirr geht der Schall bis an die Gehöfte in der Nähe des Berges. Sie kämpfen vom Einbruche der Nacht bis zum Hahnen- schrei, wo die feurigen Reiter in den zerfallenen Schlossruinen verschwinden. Bava- ria, IV, 1, 177.

Die beiden Losberge sind deutlich Wodansberge, so dass, wenn nicht neben Wodan auch die Göttin stand, diess auf einen entsprechenden männlichen Namen führen würde.

Der Liesberg in Westfalen(K. W. I, 152) ist ebenfalls als Götterberg zu erkennen.

In Schlesien bei Görlitz gibt es einen Läusebrunnen, der sich ziemlich deutlich als ein Lorbrunnen, von dem im ersten Theil die Rede gewesen, zeigt,(Grässe preuss. Sagen- buch II, n. 3 09) und bei unserem Limburg einen Läusborn, der wenigstens früher jähr- lich von einem Priester geweiht wurde(wahrscheinlich als Marienbrunnen).

In der Oberpfalz sagt man:der Freitag gehört den Lausigen undam Freitag heirathen die Lausigen und hält den Tag für heilig oder auch für einen Unglückstag (Bavaria, Oberpfalz 239 und 279). Sollten die Lausigen nicht das Volk Laura's sein, die Elbe und Zwerge, wie sie sonst von Holda die Holden heissen?

Der Ausdruck Lostage für die heilige Zeit von Weihnachten bis Dreikönigstag, in der die Götter ihren Umgang halten, wird gewöhnlich von Lossen und Losen(lauschen) abgeleitet, ich kann es aber selbst nach dem, was Vernaleken in den Anmerkungen zu