nicht auch darauf zu beziehen, wie der Februar von einem Namen der Göttin(der auch hier noch vorkommt) Spörkel heisst, zumal der erste Monat, der mit der heiligen Zeit anfing, sehr passend solchen Namen führte?— Laurin ist König der Zwerge, wie ihre Königin Holda(Laura) ist, die im Rosengarten zu Meran neben ihm als seine Tochter erscheint.— Und was den verwandten Namen Lollus angeht, so kann ich mich, je länger, desto weniger überzeugen, dass, wie Mannhardt meint, das bei Schweinfurt gefun- dene Bild eines-lullenden« Kindes die Veranlassung zur Erfindung des Namens und Götzen gegeben. Es wäre darüber viel zu sagen, ich will aber nur darauf aufmerksam machen, dass der bekannte Läl oder Lalenkönig zu Basel und die ihm gegenüber stehende weibliche Figur durch diese Annahme von Göttern des Namens, deren dämonische Seite diese Fratzenbilder darstellten, Licht erhalten würden. Vergl. Rochholz, Schweizersagen 1, 207; Bavaria, Oberpfalz, unter Lollus.— Und wenn beim Lullusfeste zu Hersfeld unter Gebräuchen, die ganz offenbar sich auf Wodan bezogen(Lynker, hessische Sagen, p. 224),»Lolls« gerufen wurde, so hat zu dieser Uebertragung gewiss die Namensähn- lichkeit des Heiligen und des heidnischen Gottes Veralanssung gegeben.
Bedeutsam ist auch der Aberglaube, dass»St. Laurentiikohle gegen Feuersbrunst gut ist. Man findet sie überall in der Erde, wenn man am St. Laurentii gerade wäh- rend des Zwölfuhrläutens nach ihr gräbt.-— Des Heiligen Falke erinnert an Falken und Habicht der nordischen Mythe.—
Aus Schwaben.
Nicht weit von Leutkirch ist eine Tanne, die man nur die Laustanne heisst. Dort sollen alle Mal die Handwerksbursche geruht und sich gereinigt haben.— An diese Tanne knüpft sich die Sage von einer einst stattfindenden grossen Völkerschlacht. So viele Leute werden einst umkommen, dass die ganze Leutkircher Heide ein Blutbad sein wird. Dann wird der Türk dort seine Rüstung aufhängen und sein Rösslein anbinden. (Birlinger, Volksthümliches aus Schwaben, I, p. 185).—
Die volksthümliche Erklärung des Namens ist natürlich falsch und beweisst nur, dass man ihn sehr früh nicht mehr verstanden, aber doch für bedeutsam gehalten hat. Der Inhalt der Sage ist aber in etwas kurzer Darstellung der letzte Weltkampf, nach dem diese Welt untergeht,(die Götterdämmerung der Edda) und der seit alter Zeit in immer wieder neu aus der Naturanschauung gebildeten Gestalten erscheint. Es handeln ausführlich davon K. W. I, 205; Simrock Myth. 131. 142. 161. 233 und Rochholz, Schweizers. I, 60; die Beziehung des Mythus auf atmosphärische Vorgänge ist nachgewiesen von M. 324. 353.
Der Baum, ¹) der in allen diesen Sagen so bedeutsam hervortritt, ist der im ersten
¹) Die oben vorkommende Tanne hat eine besondere Beziehung zu Holda; Rochholz, Schweizers. I, 88. 90; M. 250, und damit hängt auch der Name Tannhäuser zusammen. Rochholz. Gaugöttinnen 157; ders., Alemann. Kinderlied, 175.


