Helgi sprach: Nicht Sinnentrug ist's. Was du zu schauen meinst, Noch Welverwüstung, Obwol du uns siehst
Die raschen Rosse
Mit Sporen reizen, Sondern den Helden Ist Heimfahrt gegönnt.
Da ging die Magd heim und sprach zu Sigrun:
Geh' hinaus, Sigrun,
Wenn dich den Volksfürsten Zu finden lüstet.
Der Hügel ist offen, Gekommen Helgi.
Die Kampfspuren bluten; Der König bittet dich, Die tropfenden Scharten Ihm zu beschwichtigen.
Sigrun ging in den Hügel und sprach:
Nun bin ich so froh
Dich wieder zu finden, Wie die aasgierigen Habichte Odins,
Wenn sie Leichen wittern Und varmes Blut,
Oder thautriefend
Den Tag schimmern sehn.
Nun will ich küssen
Den entseelten König, Eh' du die blutige Brünne noch abwirfst. Das Har ist dir, Helgi, In Angstschweiss gehüllt, Ganz mit Grabesthau Uebergossen der König; Die Hände sind urkalt Dem Eidam Högni's: Was bringt mir, Gebieter, Die Busse dafür?
Helgi: Du Sigrun bist Schuld, Dass Helgi trieft Von thauendem Harm. Du vergiessest, goldziere, Grimme Zähren,
Sonnige, südliche,
Eh' du schlafen gehst. Jede fiel blutig
Auf die Brust dem Helden, Auf die eiskalte, Angstbeklommene.
Wol sollen wir trinken Köstlichen Trank, Verloren wir Lust Und Lande gleich. Stimme Niemand Ein Sterbelied an, Schaut er durchbohrt Mir auch die Brust. Nun sind Bräute Verborgen im Hügel, Königstochter,
Bei mir, dem Toten!
Helgi bereitete ein Bett im Hügel u. sprach: Nun hab ich ein Bette Dir, Helgi, bereitet, Ein sorgenloses, Sohn der Uelfinge. Ich will dir im Arme Edling, schlafen, Wie ich dem lebenden Könige lag.—


