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schiff, dessen Modelle noch an den Gewölben von Stiftskirchen z. B. zu Zurzach hängen; es ist auch das Glücksschiff der Celten und das Totenschiff in so vielen Sagen(auch der fliegende Holländer und das Narrenschiff). Daher kommen die Begräbnisse in Bäumen von Schiffsform. Dieselbe Bedeutung hat die griechische Argo, das Schiff der Phäaken, das Schiff in der Edda(Simrock's Edda, 270) und so viele andere. Im Mittelalter wurde an vielen Orten Deutschlands ein solches Schiff, öfters mit dem Marienbilde, mit grossen Festlichkeiten in den heiligen Zeiten über Wasser und Land gezogen, und in Ulm und von der bairischen Donau hat diese Sitte bis in die neueste Zeit bestanden, wie noch heute eine Menge Ausdrücke solcher Anschauungen im Gebrauch sind. Es wird dann immer besonders hervorgehoben, dass das Schiff auch über Land fährt. Wenn nun nach, obiger Mittheilung Simrock's die Schiffe zu Schaffhausch eben, insofern sie über Land gebracht werden, Lauerschiffe heissen, so schliesse ich daraus auf einen Vergleich mit dem in derselben Weise fahrenden Schiff der Holda, das man auch so genannt, weil Laura ein andrer Name derselben Göttin war. Auch die symbolische Beziehung der Tanne zur Wolkengöttin, von der noch die Rede sein wird, scheint die Vergleichung um, so näher gelegt zu haben ¹).— Rochholz, Naturmythen, 209; derselbe, Schweizersagen, I, 50; ders., drei Gaugöttinnen 112. 163; ders. alemannisches Kinderlied 227; Simrock, Mytholog. 387. 408; S. 119.—
Bürger’s Lenore ist, wie man jetzt mit Bestimmtheit weiss ²), nicht von dem Dichter etwa auf Veranlassung einiger Verse, die er hätte singen hören, erfunden, sondern, was den Stoff angeht, vollständig einer sehr verbreiteten Sage entlehnt, die neuerdings in ächt volksthümlicher Form von Vernaleken, Oestreich. Sagen 75, in mehreren Varianten mitgetheilt wurde. Man kann also wol annehmen, dass der Dichter auch den Namen des Mädchens nicht willkührlich gewählt, sondern entweder gerade so ³) vorgefunden oder des Metrums wegen das im Deutschen gewöhnliche Lora mit der volleren, mehr romanischen Form vertauscht habe.— Desshalb spricht Simrock mit Recht von einer Lenorensage, als deren älteste Form, wenigstens in Versen, er das eddische l. ied von Helgi und Si- grun nachgewiesen hat. Helgi war gestorben und ein Hügel über ihn gemacht. Simrock, Edda, 143:»Sigrun's Magd ging am Abend zum Hügel Helgi's und sah, dass Helgi zum Hügel ritt mit grossem Gefolge.
Die Magd sprach: Mit Sporen reizt Ist's Sinnentrug, Ihr eure Rosse; Was ich meine zu schauen, Ist den Helden Ist's der jüngste Trag? Heimfahrt gegönnt?
Tote reiten,
¹) Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass in norddeutschen Seestädten, nach Heinsius deutsch. Wörterbuch, die dem Zoll entgehenden Schiffer»Lörrendreier« genannt werden.
¹) Es handeln davon ausführlich Wackernagel in Haupt und Hoffmann, Altdeutsche Blätter, I, 174 und Pröhle, Bürger 77.—
²) Das betreffende Lied in Simrock's Volksliedern hat diese Ueberschrift, ich weiss aber nicht, woher sie rührt.


