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Zinsverpflichtungen ruhten von früheren Zeiten darauf, wie gegen Wigel Frosch und die Nonnen des Weißfrauenklosters. Das, was Thamas unter den von ihm bloßgelegten Fundamenten als das Judenbad vermutet(Situationsplan P), mag viel eher das Ritual- bad der Frauen gewesen sein. Es ist ein 5,61 qm fassender Raum mit unregelmäßig zu einander angelegten Hausfundamenten von außerordentlicher Tiefe(bis 4,60 m unter dem heutigen Niveau). Thomas meint, daß dieser Bau, bei dem eine 1896 noch vorhandene Schwellenrostfundierung festgestellt wurde, bis ins Grundwasser geführt haben muß, was für meine Ansicht spricht.
Für Tänze, Hochzeiten, Spiele diente das Tanzhaus(domus choreorum judeorum) an der Judenschule. Das deutsche Ordens- haus war der Grundherr. Als es 1349 in Flammen aufging, überließ der Komtur des deutschen Ordenshauses die Hofstätte dem Dom- kapitel gegen eine jährliche Rente von 3 Mark Silber:).
Battonn erwähnt noch das„Judenheckhaus“²) als„Wein- und Wirtshaus der Juden“, das anscheinend früher ein Backhaus gewesen war. Es befand sich der Synagoge gegenüber an der Schmidt- stube, der deutsche Orden war auch hier der Grundherr).
Ob die Gemeinde schon damals, wie Dietz*¹) behauptet, ein Spital(Hekdesch) gehabt habe, lasse ich dahingestellt. Unsere Quellen schweigen hierüber.
Als Gemeindehaus wurde vor 1288 ein von dem Juden Gott- schalk erworbenes Gebäude benutzt. Es stieß an die Synagoge an. Im Jahre 1288 verkaufte sie es an den Priester Heinrich von Rödel- heim⁵). Wo das spätere Gemeindehaus lag, ist nicht bekannt.
Die größte Gemeindeliegenschaft war der Friedhof²). Erwähnt wird er zuerst in einer Kaufurkunde vom 3. September 1300). Vor der zweiten Stadterweiterung lag er außerhalb der Stadts),
¹) Siehe Urkundenbuch Nr. 187, S. 77. In Köln spei(y)l hus genannt; siehe Stern- Hoeniger I. c., S. 228.
²) Battonn IV, S. 28. Hin und wieder wird Heckhaus mit Hekdesch(Spital) ver- wechselt, so von Dietz, Stammbuch der Frankfurter Juden, S. 435.
³) L. c., nach dem Saalbuch der deutschen Ordenskommende.
4) Stammbuch usw., I. c.; siehe auch Kriegk, Frankfurter Bürgerzwiste und Zustände, S. 445. Nach Battonn IV, S. 28, war das Judenheckhaus die spätere Stadt Nürnberg Lit. M., Nr. 72, an der Schmidtstube. Dietz gibt für das Spital Lit. M. Nr. 50 an, jetzt Kleine Fischergasse 20 an.
⁵) Urkundenbuch Nr. 15, S. 6.
³) Uber ihn Baerwald im Osterprogramm der Real- und Volksschule der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. 1883.
7) Siehe Urkundenbuch Nr. 24, S. 8. ³) Darum bezeichnet 1306 in einer Verkäufsurkunde der Prankfurter Bürger Ludwig
von Löwenberg seinen Hof am Begräbnisplatz der Juden als vor der Stadt belsgon. Ur- kundenbuch Nr. 29, S. 9.


