Aufsatz 
Aus der inneren Geschichte der Juden Frankfurts im XIV. Jahrhundert : (Judengasse, Handel und sonstige Berufe) / vom Oberlehrer I. Kracauer
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zweiten Judenschlacht(1349) völlig niedergebrannt¹). Die dritte Synagoge ward wohl nach der Rückkehr der Juden auf derselben Stelle errichtet, wie die früheren. Uber sie wissen wir gar nichts.

Die Synagoge diente nicht nur zum Gottesdienst, hier wurden auch die vom Gericht den prozeßführenden Juden auferlegten Eide geleistet, hier verhängte der Rabbiner den Bann über straf- fällige Gemeindemitglieder, hier wurden wohl schon damals die Erlasse des Kaisers oder des Rates der Gemeinde bekannt gemacht. Hier wurden auch noch andere, mit dem religiösen Kultus in keinerlei Beziehung stehende Geschäfte erledigt²). So wurden die mit den Steuern Rückständigen nach beendigtem Gottesdienst vom Rabbiner zur Zahlung aufgefordert usw. ²).

Um die Synagoge zog sich ein allseitig abgeschlossener oder viel- leicht ummauerter Schulhof*)(scolhob). Vom Jahre 1316 ab war er wie die Synagoge längere Zeit von der jüdischen Gemeinde für ein Darlehen versetzt; der Schulhof war 1364 noch nicht ausgelösts).

In dem Bedebuch von 1390 wird das schalanthus erwähnt. Dieses war das Backhaus, in dem die Sabbatspeisen gewärmt wurden). Solche Sabbatöfen befanden sich zweifellos in jeder Gemeinde).

Die Gemeinde besaß auch ein besonderes Badehäuschen, gewöhnlich Badestube genannt, dadie juden sunderlichen unde mit keime cristen baden sollten*˙³). Es lag gegenüber der Juden- schule,vermutlich war der östliche Teil der heutigen Schmidt- stube das Judenbad²). Ein christlicher Wärter saß darin. Nach der Rückkehr der Juden(1360) ward es von neuem erbaut und entrichtete dem Domkapitel einen Zins von 2%. Noch andere

¹) L. c., S. 40.

²) Gengler S. 117.

) L. c.

) Urkundenbuch Nr. 43, S. 13, Nr. 141, S. 51, Nr. 191, S. 79 usw.

5) Urkundenbuch Nr. 191, S. 79. Baerwald, Der alte Friedhof der israelitischen Gemeinde, S. 8ff. und S. 21.

) Urkundenbuch S. 294. Schalant stammt vom französischen chalant(Partiz. von chaloir). Or Sarua gibt es einfach als UÜbersetzung des hebräischen Chamim(gewärmte Speisen). Das Wort Schalant ist dem R. Isak Or Sarua, dem Lehrer des R. Meier von Rothenburg, in dieser Bedeutung ganz geläufig. Später wurde es zu Schalet verdorben. Vgl. Zunz, Gottesdienstliche Vorträge, S. 456, Anm. 1. Ich verdanke diese Notiz wie noch manche andere meinem lieben Freunde, Herrn Dr. Brann in Breslau, auch Herrn Bibliothekar Dr. Freimann bin ich für manche Anregung zu Dank verpflichtet.(Bothe, Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte usw., führt auf S. 165 und 172 für die Jahre 1694 und 1703 einen Schaolsetzer an, also einen Aufseher der Ofen für die Sabbatspeisen.)

²) Uber das Kölner Backhaus siehe unter domus pistorea bei Stern-Höniger, Das Judenschreinsbuchusw., S. 237.

) Gengler S. 101. Aum. 28.

²) Battonn IV, S. 30. Im Bedebuch 1346(Urkundenbuch S. 290) kommt Meckele als Wärterin in der juden badestobin vor. Bothe, l. c., S. 74, hält sie mit Unrecht für einen Juden.