Aufsatz 
Aus der inneren Geschichte der Juden Frankfurts im XIV. Jahrhundert : (Judengasse, Handel und sonstige Berufe) / vom Oberlehrer I. Kracauer
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Der Grundriß war dadurch mitbestimmt, daß die Häuser ihre Giebelseite der Straße zuwandten.

An Steinbauten fehlte es nicht ganz in der Stadt, auch im Judenquartier werden zwei erwähnt, eins in der östlichen Fahrgasse bei der Arnsburger Gasseu), ferner das des Joselin von Würzburg:).

Gemeindehäuser und Gemeindeliegenschaften.

Außer den Privathäusern muß das Judenquartier in allen Perioden seiner Entwicklung einige öffentliche Gebäude besessen haben. Für unseren Zeitraum sind wir allerdings nur spärlich mit Nachrichten darüber versehen. Das Wenige, das ich erforschen konnte, trage ich hier zusammen.

Das hervorragendste Gebäude war die Synagoge, Judenschule, schola judeorum, auch wohl synagoga judeorum genannt. Beim Neubau des Stadtarchivs und bei Gelegenheit der Ausbesserungen am Dom ist manches Bruchstück der ältesten Synagoge zutage gefördert worden, so Teile eines romanischen Fensters, vor allem aber sind beim Ausschachten der Archivkeller die Fundamente bloßgelegt worden. Aus diesen Funden entnehmen wir, daß die Synagoge eine romanische Basilika mit runder Apsis für die Gesetzeslade, ähnlich der Wormser Synagoge, war). Sonst wissen wir über ihren Grund- und Aufriß nichts. Analog anderen alten jüdischen Gotteshäusern wird sie in ihrem Innnern vier getrennte Räume gehabt haben, einen Vorraum, die mit zwei eigenen Portalen versehenen, von Säulen getragenen, für Männer und Frauen streng getrennten Beträume, den etwas erhöhten, auf Stufen ersteigbaren Almemor(Thoraraum), dessen Vorderwand die mit seidenen Vorhängen geschmückte schreinartige Nische mit den Gesetzes- rollen enthielt, sodann vielleicht auch, wie in Nürnberg, einen Lehr- und Rederaum, worin sowohl von einheimischen, als auch von auswärtigen, sich zeitweise in der Gemeinde aufhaltenden Gelehrten Vorträge gehalten wurden*). An die Synagoge stießen zwei zur beständigen Gesetzespflege bestimmte Bethäuser. In der ersten Frankfurter Judenschlacht(1249) wurden diese nebst der Synagoge bis auf den Grund zerstörté).

Die wieder aufgebaute Synagoge über ihr Außeres sowie über die inneren Einrichtungen schweigen unsere Quellen gänz- lich bestand nur 100 Jahre, dann wurde auch sie in der

¹) Battonn II, S. 48, domus lapidea judeorum. ²) Siehe darüber Kriegk 1l. c., S. 445, und S. 555, Anm. 248. ²) Siehe Grotefend, Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertum, Bd. VI, S. 6166.. ) Siehe Gengler S. 110. ³) Politische Geschichte der Frankfurter Juden S. 10.