Aufsatz 
Aus der inneren Geschichte der Juden Frankfurts im XIV. Jahrhundert : (Judengasse, Handel und sonstige Berufe) / vom Oberlehrer I. Kracauer
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Hauszins von 15% zahltevon sins wegen, d. h. im Auftrag Johannes, des eigentlichen Hausbesitzers, und für das Jahr 1366 verzeichnet das Bedebuch hinter dem Hause der Else zum Dryn- schenkele¹)(Dreischenkel)die juden huser ohne Angabe einer Bede, weil die Juden als Mieter davon befreit waren²). Noch immer bevorzugen sie geistlichen Grund oder geistlichen Stiftern an- gehörende Häuser. So sitzen sie im Haus zum Katzenelnbogen, dem Eigentum des Katharinenklosters), auch entrichteten ver- schiedenen Juden Zins an das Bartholomäusstift*). Am Ende unseres Zeitabschnittes geben eine Anzahl Juden auch dem Arns- burger Kloster, in dessen geräumigem Hof sie wohnen, Bede, so Joseb von Miltenberg, die reiche Zorline mit ihren Verwandten und noch andere).

Im Laufe der Jahre, als die Verhältnisse für die Juden sicherer geworden waren, siedelten sie sich auch wieder auf städtischem Grund und Boden an, bauten daselbst Häuser und zahlten selbst- verständlich, wie die christlichen Hausbesitzer, den Zins dafür. Sie hatten dann auch das Recht, mit Bewilligung des Rates, der das Obereigentumsrecht behielt, die Häuser zu verkaufen, wie Isaak, der Sohn Kalmans, 1393 sein Haus Brückenau mit Hof, Garten und allem Zubehör für 550 Gulden an Konrad von Glauburg den Alteren und seine Frau Grede von Marburg verkauft. Der Rat bestätigte den Kaufbriefé).

Ebenso lernen wir in den Bedebüchern einzelne Juden als echte Hausbesitzer kennen, so den Iselin von Fulda*), Seligmann), Ber), Joseb von Lechnitz ¹⁰) und vielleicht noch andere ¹¹).

¹) Saalgasse 5(Urkundenbuch S. 291. 1 ) So wohnt Joseph von Kassel im Hause des Herrn Ortwin an der Ecke, Ysaak von Worms in dem des Bierbrauers Heinz, der Schulklopfer ist Mieter bei Klaus Noyde(Ur- kundenbuch S. 293), die Jüdin Kele Mieterin bei Johann Hering usw., usw.(siehe Ur- kundenbuch S. 294 296)..

³) Selmelin zahlt im Jahre 1378 an Bede 1 A% für die Nonnen daselbst(Urkunden- buch S. 292).

4) Selmelin zahlt 1378 für die Nonnen zu der pharre 15 alde h.(I. c.); 1390 zahlt Mans für dieselben 5 Engelsche(Bedebuch 59 b), 1391 zahlt Gottschalk 31, 5 h fur paffen gulde(Bedebuch 17 b); 1392 gibt Liebermann gleichfalls fur paffen gulde 15 (Bedebuch, fol. 2 b) usw-.

) Siehe Bedebuch, 1391 im Urkundenbuch S. 296, 1392 im Urkundenbuch S. 296.

) Urkundenbuch Nr. 439, S. 203, cf. S. 204, Nr. 440.

*) 1385 zahlt Seligmann von Lenich von Iselins Hause 5 ½ Gulden und 12 alte Heller; Seligman wohnte also als Mieter bei diesem(Urkundenbuch S. 293).

³) 1390 verbedet Seligman 2% 40 hellervon sime huse(Urkundenbuch S. 295).

) 1391 zahlt Senderlin von dem Hause, das Bern ist, 18 3 Hell.; dieser hatte es also an Senderlin vermietet.

¹1⁰) 1396. Das Haus des Joseph von Lechenitz gibt an Zins 2% 40 Heller.

¹¹1) Die Ansicht Bothes in seinem Werke: Die Entwicklung der direkten Besteuerung in der Reichstadt Frankfurt usw., S. 74:In XIVten Jahrhundert sind sie(sc. die Juden) zeitweise ganz ohne Steuer geblieben. Die Stättigkeit galt als ihr Bede(siehe auch An- merkung 4 l. c.), scheint mir nicht ganz zuzutreffen.