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Heller schadlos zu halten. Die Rechenbücher dieser Jahre ver- zeichnen auch einzelne Verkäufe und die an die Stadt fallenden Hauszinse¹). Aber der Fortgang des Verkaufs verzögerte sich wohl dadurch, daß das Bartholomäusstift einen großen Teil der Judenhofstätten, besonders die auf der nördlichen Seite der ehe- maligen Judengasse gelegenen, als sein Eigentum in Anspruch nahm.
Der an den Dom stoßende alte Pfarrkirchhof hatte durch die Erweiterung der Kirche und die Errichtung eines Kreuzganges viel von seinem Umfang verloren, jetzt bot sich dem Stift die er- wünschte Gelegenheit, ihn durch Heranziehung der Judenhof- stätten zu erweitern²). In diesem Streit*) setzte das Domkapitel dem Rat gegenüber seine Ansprüche durch. Am 12. März ließ es den Grundstein zu einer Mauer legen, die den erweiterten Friedhof völlig umschloß. Der Bau dieser Mauer nahm etwa zwei Jahre in Anspruch ¹).
Auch noch andere Bewerber um die ehemaligen Wohnsitze der Juden, so der Augustinerorden und der Graf Ulrich von Hanau, stellten sich ein; fast schien es, als betrachte man sie wie herren- loses Gut, das sich jeder aneignen dürfe. Es war hohe Zeit, daß der Kaiser eingriff. Als er im Beginn des Jahres 1354 in Frankfurt erschien, erkannte er ausdrücklich die Rechte der Stadt auf die Judenhofstätten an und gelobte, selbst nicht darüber zu verfügens). Aber auf das Wort des Kaisers war kein Verlaß, er schenkte doch der Gräfin Irmengard von Nassau einige Hofstätten, die sie ihrem Sohn Rudolf abtrate), und im Oktober 1356 verlieh er dem Landvogt
¹) So Rechenbuch 1352(auf dem inneren Pergamentdeckel) unter Einnahmen: von eyner juden hofestad zu cinse von zwein jaren 15 ₰2.— Rechenbuch 1356(ebenfalls auf dem inneren Pergamentdeckel) unter Einnahmen LXX gulden] von einer Juden hobestad vnd fleckin, die gap Herman zum Saltzhus.— Rechenbuch 1357, fol. 17b: Johann Gertener 4 mark zu cinse von syme huse an der eckin und etzewanne waz Suzkin- des des juden, daz he um die stad had gekoufft. Das Haus gehörte also früher Süßkind von Köln.(Dieser Posten findet sich auch im Rechenbuch 1358, fol. 16 b.)— Rechen- buch 1358, fol. 7a: Heintze hentzsschuher 2 marg von einer judenhobestad, da der hantzschuer inne wonet vor der brucken.
²) Siehe Battonn III, 240: Beschreibung des alten Pfarrkirchhofes vor 1537. Ja- annes Latomus bemerkt ausdrücklich(Frankfurter Chroniken von Froning, S. 94): Multae tamen judeorum domus praesertim von der Meelwagen ad templum nostrum(die Bar- tholomäuskirche) sunt solo aequatae et quia annuis censibus erant obligatae ecclesiae, fundi nobis sunt adjudicati, qui deinde ad ampliationem coemiterii sunt redacti.
³) Darauf läßt der Ausdruck adjudicati(siehe oben) schließen.
⁴¹) Latomus bemerkt noch(S. 96): In die Palmarum(17. März) super iisdem sc. arces judaeorum(die jetzt einen Teil des Kirchhofes ausmachten) primo habita est stacio a clero et populo. Vgl. Aus den Kollektaneen des Philippus Schurz in Frankfurter Chro- niken, S. 152. Siehe auch Battonn, S. 241, Anm. 218 u. 219.
5)... daz wir oder nyemand von unsern wegen der juden husir odir hovestede... nicht vergiften, bescheiden. odir geben sullen noch enwollen, als verr ob sie sulche unsir gabe mit andern unsern briven beweisen mugen..., alz si zu rechte sullen.(Urkunden- buch Nr. 155, S. 60, siehe auch I. c. Nr. 156, S. 61.
⁴) L. c. Nr. 162, S. 62.


