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18. jh. völlig in abgang gekommen. bis dahin hatte das goth. dir, welches ahd. neben 6 auch in grösserer abstumpfung io, mhd. ie lautet, seine vocalnatur noch nicht eingebüsst; seitdem wurde i unorganischer weise zu j, und der vocal e, der eigentlich nur ein stell- vertreter von goth. v, also schwacher nachklang war, bekam einen ungehörigen hochton in je st. ie, jeder st. ieder, jedoch st. iedoch, jetzt statt ietzt, itzt, wovon nur nie, wel- ches bei der alten aussprache verharrt, eine ausnahme macht.
75. des lieber. Fischarts weise ist es, den alten instrumentalcasus din(jetzt to in desto), von welchem eigeutlich der genitiv des abhängt, wegzulassen. Andere z. b. B. Wyalilis(Zusatz zum Theurdank c. 117, 1563 fol. S. 108) haben dest; auch v. 97 der Bundbäpstler steht dest.
82. Kindspfleg und eben so kindsmund v. 164. vgl. mit kinderzucht v. 76. die un- eigentlichen compositionen sind ahd. mhd. weit seltner, als die eigentlichen, und unter den ersteren wieder die pluralischen die seltensten(Gr. 2, 539), doch ist schon mhd. vinderspiel vorhanden. nach und nach nehmen die pluralischen die stelle der an sich sin- gularischen ein, und es mag kennzeichen älteren ursprungs sein, wenn eine composition in singularischer form erscheint; hier z. b. mag kindspflege wie kindsmund ein älterer, kinderzucht ein neuerer vielleicht aus dem 16. jh. selbst stammender ausdruck sein. uns ist auch kindsmund verloren gegangen und nur noch die formel ron Kkindsbeinen an(dia— lectisch auch: kindskopf) übrig geblieben.
96. das hr rmbgiengen; eine bei Fischart, wie bei seinen älteren landsleuten Murner, S. Brant, sodann in der gleichfalls dem Elsass angehörigen alten übersetzung des Boccaz (ausg. v. 1561 bl. 5a: ihr thaten, ihr sagten) und in dem aus derselben heimat stam- menden heldenbuche gewöhnliche conjugationsweise: von der bei Gotfrid erscheinenden, ja schon bei Oifrid angedeuteten endung nt in der 2. plur. wurde das organischet ab- geworfen. Vgl. Grimm 1, 857. 932.
104. von seim stammen. Fischart braucht das wort stamm durchgängig schwach; der nominativ sing. lautet ihm zwar stamm: Binenk. 1580 bl. 213 b: der Edele Stamm der H. Geystlichkeit; der gen. sing. aber stammens ebds. bl. 208 b: dises Edlen Hochberümten Stammens der Geysslichkeyt; dat. stammen Podagr. Trostb. 1591 bl. Eija, Rev. Mat. 2, 30. acc. stammen Binenkorb2062; nom. acc. plur. stammen ebd. register u. 205 b, dat. stammen, wie Zz. b. in der anführung seines, so viel ich weiss, auch bis jetzt noch nicht aufgefun- denen(ob überhaupt wirklich vollendeten und gedruckten?) buches Dämonomanie 1586 s. 174:»Solchs wird eygentlich erwisen ins Vertenten Buch von Noe Stammen vnd jrer Nachkommenen Besitz vnd Länder.«
105. 139. zicar noch in der alten bedeutung ze wàron, zu warheit, in warheit, ge- wis. erst Opitz fängt an, zwwar nicht mehr für unbedingte, sondern nur für limitierte be- hauptungen zu brauchen, mithin das substantivische adverbium zicar in eine conjunction


