Aufsatz 
Zur Literatur Iohann Fischarts / zuerst wieder veröff. durch A. F. C. Vilmar
Entstehung
Einzelbild herunterladen

- 19

welcher mit sonderer geschicklichkeyt des Achillis aumutung leyt.

vgl. Podagr. Trostb. 1591 G7 b: da vndertruckt wurd der verstand von anmut vnd von missuerstand.

63. 64. die namen elt(goth. atta) und amme für vater und mutter sind im süd- lichen deutschland noch jetzt volksüblich vgl. Schmeller 1, 54. 126, es kann folglich für nutrix nur säugamme v. 112.(wie anderwärts säugmutter) gebraucht werden; überhaupt scheint das einfache amme für nutrix mehr niederdeutsche eigenheit, welche vielleicht erst im 17. jh. gemeinhochdeutsch geworden ist. nur in hebamme hat sich die alte bedeutung, wenn schon jetzt auch kaum noch verstanden, zu erhalten vermocht.

memane plattd. moeme, dem ganzen indogermanischen sprachstamm gemein, und der ablaut muoma beweist, im deutschen keinesweges ein keltischer eindringling, hat das seltsame schicksal, in vielen gegenden deutschlands nebst ette der Judensprache aus-

, wie

schliesslich überlassen worden, und gemeinhochdeutsch sogar zum schimpfworte herab- gesunken zu sein. und doch war es im 16. jh. mit verändertem genus hin und w noch in seinem ohne zweifel ursprünglichen sinne, dem des lat. mamma, üblich:

leder Erasmus Alberus lässt in seiner Zwölften fabel(Buch von der Tugent vnd Weissheit 1550. 4. S. 44. die geiss sagen:

ich will gehn bey den Weidenpfadt,

Vnd will mein bäuchlein essen sat,

das ich dir bring den Memm voll milch,

das ich das thu, ist recht vnd billch. und s. 45 den wolf: den memm voll milch hab ich dir bracht.

67. geicall ist nach hochdeutschem gebrauche masculinum, das femininum ist nieder- deutschen ursprungs, und erst seit Opitz in der schriftsprache allgemein geworden.

70. wasserpfol, ein pfahl im wasser, der vom strome hin und her geworfen wird. Gargant. 1582. NSa: dass man den krummen Latz, wie eyn Pfal im Wasser wäteren sah. Flohatz v. 647: stecken mich an ein Nadelpfol.

71. halslämig mit einem noch lahmen, den kopf zu tragen noch nicht fähigen halsc; lemig s. Schmeller 2, 465; das compositum, so treffend und auschaulich dasselbe auch ist, habe ich selbst bei Fischart nicht weiter angetroffen.

73 74. der reim sitten⸗ Jeden, ähnlich dem v. 15 16 vorkommenden muh: je ist bei Fischart häufig z. b. Flohatz 1121 1122: brüder: jeder; Glückh. schiff 913 944 jden: Ehrerbiten; 1085 1076 je: hie; Ehezuchtb. 1578 J3 b(1591 JSb) Friden: jden; Uhr- Werk, Schadäus s. 41: wider: jeder u. v. a. st. bekanntlich ist diese aussprache(iden, ie) vollkommen berechtigt: vgl. Grimm Gr. 1, 528. 3, 51, und erst seit dem anfange des

3*