— 47—
heisst, kommen in dem handbüchlein selbst nicht vor, sondern scheinen eben die zu sein, welche in dem gesangbüchlein stehen, auch hat diess geistliche handbüchlein eine übrigens undatierte»Vorrede an den Gottes förchtigen Leser« von Johann Carolus, in welcher derselbe sagt:»Daher dann weyland die Ehrnhafften beyde HErru Bernhard vnd Tobias Jobin, Vatter vnd Sohn, seliger gedechtniss, gar wol vnd Christlich gethan, dz sie etliche der IH. schrifft Tractätlin, beneben dem Catechismo vnnd Gesangbüchlin in ein geschmeidig vnnd gantz bequemlich Handbüchlin getruckt: damit ein jeder Christ solches stettigs bey jhme tragen, vnnd darinnen Lehr, Trost vnd Vermanung suchen vnd ſinden, vnd zu jederzeit sich darinnen erlustigen möchte. Wie hoch nun sie der christ- lichen Kirchen mit solchem Werklin gedienet, vnd was dieses Handbüchlin für grossen nutzen geschaffet, bezeugt die tägliche erfahrung, nicht allein in diesen, sondern auch inn andern Landen, sonderlich da die Bibel offentlich zuhaben verbotten wird. Solchem Christlichen Exempel nun auch mehr zu folgen, hab ich nicht vnterlassen sollen, solchs Christliches Kleinot vnnd Geistlichs Handbüchlein wider zuvbersehen, auch im Gesang- büchlein die Psalmen vnnd Geistliche Lieder in ein bessere vnd richtigere Ordnung zu- bringen, dasselbig unter die Press, vnd auff dissmal wider zutrucken lassen, der tröstli- chen hoffnung, es werde der Christlichen Kirchen nit minder als zuvor wol damit ge-— dienet werden.«
Es muss hiernach eine ganze folge von auflagen dieser büchlein— welche wahrscheinlich jedesmal zu gleicher zeit wieder gedruckt wurden— bei Bernhard Jobin (bis 1594), bei Tobias Jobin(muss zwischen 1604— 1607 gestorben sein) und bey Johann Carolus, welcher 1607 die Jobiusche druckerei ankaufte, gegeben haben und mögen die- selben weit verbreitet gewesen sein. Schliessen wir hiernach von der gleichzeitigkeit des wiederabdrucks auf die, wenigstens wahrscheinliche, gleichzeitigkeit der entstehung die- ser büchlein zurück, so wird das jahr 1576 als das jahr der entstehung derselben anzu- nehmen sein; von diesem jahre kenne ich wenigstens eine, und wie es scheint die erste, ausgabe des oben unter 6, erwähnten Gesangbüchleins:»Gesangbüchlin, von Psalmen, Kirchengesängen vnd gaistlichen Lidern D. Martin Luthers, auch vieler andern gottseli- gen Leut. Strassburg, Jobin 1576. 12.
Zur erläuterung des sprachgebrauches werden vielleicht einige kurze bemerkungen nicht ganz am unrechten orte sein.
v. 1. acas lust end fleiss, eben wie v. 27 acas schöners opffer ist die alte(Nibel. 22, 4 hey waz er sueller degne; 21, 4 hey waz er grôzer êren), bei Fischart noch sehr übliche Construction(Flohatz: was grosser vnbill muss ich tragen; was kleglich wort u. dgl.), deren sich auch noch Opitz bedient(An die Königl. Maj. zu Polen vnd Schwedea:
Was Schein, was Enderung doch würde diese zeit Ihm zeigen gegen der, die erst war weit und breit;


