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von statten geht, nicht zuträglich für den wachstum der literärischen wissenschaft. wenn nur an einem, sei es auch einem sehr untergeordneten punkte, durch mitteilung von thatsachen dem raten und vermuten ein ende gemacht wird, so ist das schon ein gewinn, welchen die wissenschaft mit danke zu buch tragen muss; und wenn nur nicht schlechte ausgaben, noch dazu vielleicht mit willkür und unverstand, abgedruckt werden, so kann man jeden abdruck von wenig zugänglichen schriften des 16. jh. als eine solche mit- teilung von thatsachen willkommen heissen. ist doch das 16. jahrhundert dermalen lite- rarisch dunkler, als das dreizehnte und vierzehnte!
Hiermit möge sich die kleine mitteilung, welche diese blätter enthalten, rechtfertigen, wenn dieselbe ja einer rechtfertigung bedürfen sollte.
In Hallings verzeichnisse fehlen alle drei stüeke; ihr erster und einziger entdecker bin ich zwar nicht, wie ich bei dem ersten und dritten näher nachgewiesen habe; die Anmanung fand ich vor zehn jahren zufällig bei dem suchen nach kirchenliederu, ver- nahm jedoch, dass dieselbe in den katalog der Kasseler bibliothek, wo das dieselbe ent- haltende büchlein sich findet, bereits von den brädern Grimm als Fischarts werk einge- tragen sei. immerhin aber musste nicht allein die Aumanung, von welcher die kunde schwerlich weit über den seidenſaden[Roseng.(VIII.)] hinausreichen wird, sondern auch das Reveillematin und die Ermanung an die Bundbäpstler bis dahin für unbekaunt gelten.
I.
Reveille Matin. Oder Wacht frü auf. Das iſt. Summariſcher, vnd Warhafter Bericht von den verſchinenen, auch gegenwärtigen beſchwärlichen händeln in Frankreich, den Franzoſen vnd andern genachbarten Nationen zu gutem, Geſprächweis geſtellet vnd verfaſſet. Durch Eusebium Philadelphum Cosmopolifam. Itzunder aber aus dem Fran— zöſiſchen ins Teutſch gebracht. Durch Emericum Lebusium. Getrukt zu Edimburg, Jacobo Jammeo. Anno, M. D. LXXV.
Kleinstes octav, 1 bg. vorst. und N bogen. Das buch, dessen original ich nicht nachweisen kann, enthält eine erzählung der religionshändel in Frankreich von 1540 bis 1572, namentlich eine ziemlich specielle darstellung der scenen vom 24. august 1572, im entschiedensten protestantischen sinne, und eine beurteilung der französischen zustände sowol aus dem kirchlichen als politischen gesichtspunkte. der druck ist von Bernhard Jobin zu Strassburg, welcher auch hier, wie sonst öfter, an dem namen-versteckspiel Fischarts theil nimmt ¹), und die typen sind die schwabacher schrift, mit welcher die
1) beispiele davon werden bei einigen schriften, welche, wie die vorliegende, antiliguistisch sind, unten
vorkommen; die antikatholischen schriften Binenkorb und Brotkorb geben als druckort an: Christlingen, der


