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erscheint, bedeutet es auf das bestimteste heilung(der blindheit). holag aber findet sich öfter z. b. 865 und 89²0°˙ in seiner ursprünglichen bedeutung: unverletzlich ¹).
Ueberblicken wir diesen gebrauch von hél, zu welchem das verbum hélean mit seinem particip héliand gehört, so werden wir diesen namen, welchen die alte zeit dem erlöser gegeben hat, nicht anders verstehen können, als den vor wunden schützeuden, die wunden heilenden, den hunger stillenden. es setzt der gebrauch dieses wortes von Christo zu einer zeit, in welcher alle jene formeln noch in voller lebendigkeit waren, auf eine überraschende weise das tiefe gefühl des durchdringenden, leiblichen schmerzes, das gefühl des wundseins voraus, welches leib und seele ergreift, und von welchem man durch den, der wol heilen kann, geheilt sein will. mit recht kann uns bewunderung ergreifen, wenn wir sehen, wie in diesem worte das unruhige, blutige, ja wilde und grausame kriegsleben des deutschen volkes dem christlichen glauben für dessen eigenste thatsachen und auschauungen entgegenkommt, und unbefangen, aber auf das treueste und innigste in seiner art das wiedergibt, was der prophet weissagt(Jesai. 53). für den Griechen, als dieser das Christentum empfieng, war dagegen sein GνσQ% schon völlig abgestumpft, ungefähr wie der heutige ganz abstracte und fast nichts mehr sagende alte ausdruck Heiland, in welchem nichts gesucht zu werden pflegt, als alles mögliche ab- stracte glück, eitel eudämonismus: bei uns ist noch in guter, noch zu rechter zeit das evangelium mit der sprache und sitte eines jugendlichen volkes, mit dessen innerster liebe und innerstem leben in eins zusammengewachsen.
In einem ganz ähnlichen sinne, wie héliand, der die wunden heilende, den grimmen hunger stillende, mächtige und milde, sieg und sicherheit verleihende herr, sind auch die andern benennungen Christi zu verstehen, welche bei unserm dichter vorkommen. neriand goth. nasjands bezeichnet eben so den aus der nod(gefangenschaft), von krankheit und hunger befreienden mächtigen, wider die feinde siegreichen könig, welcher genesung
1) bei Ulfilas fehlt diesem grusse: hdils thiudan judais Mrc. 1518, Joh. 19 vermöge ganz natür- licher ellipse das sijais; eben so auch bei Otfrid 1, 5, 15; 1, 6, 5; 4, 16, 51;3 4, 22, 27. Tatians übersetzer gibt in der verkündigung wie der dichter des Héliand heil wis thu; eben so 2237, ohne wis 1833. auch die Monseer gl. 412 sagen heil wis, salveris. die angelsächsischen quellen gewähren meistens wes hale oder hal beo thu, auch in der, von Galfrid von Monmouth erzählten geschichte von Vortigern und Hengists tochter Rowen wes Reil in hochdeutschem dialecte(was ist wacht keil? fehler 2); ohne wes aber steht es in den ags. ev. Luc. 1²2s. es gehörte diese anwünschung des kriegsglückes, der heilen heimkehr, zu der darbringung des bechers als eines opfers an den siegmächtigen, heil er- haltenden gott, Wuotan; zuerst war es also schutz gegen verwundung, den man erflehete und sich gegenseitig anwünschte, dann in dem Gertruden- und Johannesminne-trinken gegen vergiftung und hader(Myth. 53— 54), endlich gegen krankheit und jedes übel; so ist dieser alte heidnische und an die ältesten zeiten des kriegslebens erinnernde gebrauch als leere gesellige form noch heute vorhanden.
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