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wie in den liedern die alten helden, welche keiner fart mehr beiwohnen konnten, traurend besangen, dass ihre elleandädi ihnen benommen sei, möd endi meginkraft sie verlassen hätten, dass die siuni geslekil(das auge matt), sie an ihren sidun lat(in ihren bewegun- gen lass), dass flésc antfallan, fel unscõöni geworden, lud giliden(der gerade wuchs zergangen ¹), lik gidrusinot(der frische leib der säfte beraubt, ausgepresst) sei, so tritt hier Zacharias in der gestalt eines alten, zum kampfe unfähig gewordenen deutschen kriegers auf. die beschreibung des neugeborenen kindes Johannes(Johannes quam an liudeo lioht; lik was im scôni, was im fel fagar, fahs endi naglos, wangun wärun in awlitige) bewegt sich eben so in alten alliterierenden formeln: lik(caro, der frische leib), fetl(eins von den wörtern, welche nicht zum vorteil unserer poetischen sprache am werte gesunken sind), fahs(haar), naglos, wangun Waren die dinge, auf die man bei der geburt der kinder sah; ohne zweifel gehört fagar, dessen erste bedeutung, wie noch heute des engl. fair, hellfarbig, hellbraun, blond gewesen sein muss, ursprünglich und notwendig zu seinen MiierKcopsnwirtonn fel und fahs(man denke an das engl. Fairfag und an das. nordische, wenn gleich der alliteration entkleidete Harfagr), und wird noch heute in England bei der beschreibung neugeborener kinder gebraucht. zu wanga gehörte offenbar mit gleicher notwendigkeit wlilig, ein unübersetzbares wort, ungefähr die heiterkeit und anmut der gesichtszüge bezeichnend: Maria heisst 8 ⁶ allaro wibo wlitigost. durch diese schilderung, die altgewohnte und vielen geschlechtern lieb gewordene und gebliebene, wurde der heiduische hörer sofort für das geschilderte kind gewonnen, Johannes zu einem lieben deutschen kinde, gleichsam zum eigenen, gemacht ²)..
GESINNUNG.
Wie hier das frische unverkümmerte naturleben und die helle naturfreude dem evan- gelium willig entgegenkommen und den himlischen boten freudig in die schönsten gewänder kleiden, die ihnen zu gebote stehen, so geht die frische, starke gesinnung des gesunden naturvolkes diesem boten noch um einen schritt weiter entgegen. ein kräftiger, unge- brochener siun, ein starkes herz— stark in neigung und abneigung, in liebe und hass—
1) eine der wenigen stellen der ältesten zeit, aus welchen sich die bedeutung von pati aus lithan ire(heut zu tage in gleiten und leiden weit von einander abweichend, noch immer aber gleicher con- jugation folgend) anschaulich entwickeln lässt: leiden heisst am leibe zergehen, hinfällig werden.
2) es bedarf kaum einer bemerkung, wie wolthätig die mannigfaltigkeit der ausdrücke für unser „schön“ auf die lebendigkeit und eigenheit der poetischen anschauung wirke; wie wolthuend stechen diese drei objectiven epitheta(scôni heisst glänzend) gegen unsere subjectiven: anmutig, lieblich u. dgl. ab, der beinahe ganz inhaltsleeren wie niedlich, hübsch u. s. w. nicht zu gedenken.


