Aufsatz 
Deutsche Altertümer im Hêliand als Einkleidung der evangelischen Geschichte : Beiträge zur erklärung des altsächsischen Hêliand und zur innern geschichte der einführung des Christentums in Deutschland / von A. F. C. Vilmar
Entstehung
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penuria), dass wir hier sicherlich reminiscenzen an eine ältere schilderung des mudspelli und raginé riqvis(ragnarökr), wo nicht züge vor uns haben, welche geradezu aus der- selben herübergenommen sind. 1

Der aufenthalt der seligen, das himmelreich, wird durchgängig auf schöne, aber ganz heidnische weise durch das wort wang, campus, pratum, waldwiese, bezeichnet: himilrikwi, grôni godes wang(das himmelreich, die grüne Gottes aue) heisst es 9424; eben so 961s u. a. St., und hebhenes wang, pratum coeleste, ist die häufig wiederkehrende bezeichnung der wohnung der seligen. eben so heisst Caedmon 32 ²° das irdische paradies grène geardas, in der nordischen poesie der himmel die grüne heimat. die grünen wiesen des zukünftigen lebens sind aus der edda(Jdhavöllr) und aus den märchen als deutsche poesie der mythologie bekannt genug, des àoροσςσνν εëſ und ähnlicher antiker dar- stellungen zu geschweigen; haben wir doch dieparadiesesauenÜ und diehimlischen geſilde bis auf diesen tag beibehalten, freilich oft nur als poetischen schmuck und als phrase. für das tiefe und innige naturgefühl unserer alten waren jedoch die stillen, freund- lichen grünen waldwiesen voll blühender kräuter im gegensatz gegen die tiefe finstere waldeswüste(das miricwidu, das sinweldi), gegen die steinholme, die hohen holmklippen und die grausenden wogen der grimmen see mehr als bild und phrase: sie waren ihnen die stätten der ruhe, der freude und des friedens in diesem leben, und solche stätten suchten sie auch jenseits. eine ähnliche, gleichfalls heidnische bezeichnung der wohnung der seligen ist ödashém, uppödashém, die heimat des altererbten grundbesitzes, die oben liegende heimische stätte aller güter und alles guten; eine übertragung des starken hei-- matsgefühls unserer väter und ihrer unvertilgbaren anhänglichkeit an den ererbten grund- besitz auf die sehnsucht nach der ewigen heimat.

Hlieran schliesse ich den versuch, einen dunkeln ausdruck zu erklären, welcher sich bis dahin nur im Hèéliand gefunden hat, und der mir neben seiner eigentlichen, physischen bedeutung auch eine mythologische in sich zu schliessen scheint. achtmal kommt das wort wanum(wanom) vor, offenbar alter pluraler dativ eines substantivs wan, zweimal das davon abgeleitete adjectivum wanam(gebildet wie aram Gr. 2, 184), einmal das adver- bium wanamo, und einmal das gleichfalls ausſdem adjectivum gebildete substantivum canami; dazu kommt noch das componierte adjectivum awanlic mit seinem adverbium vwanlico. unzweifelhaft ist die bedeutung des wanami 17228: splendor, ebenso unzweifelhaft die des adj. wanam in der stelle 1722° splendidus und des adverbiums wanamo 968 splendide. eine ähnliche, nur allgemeinere bedeutung als diesen abgeleiteten wörtern, sind wir be- rechtigt dem stammworte wan beizulegen., nun kommt wanum dreimal bei lichten himmels- erscheinungen vor: 128 endi quam lioht godes wanum thurh thiu wolcan, venit lux dei cum claritate per nubes; 19²° gengun eft thiu cumbl ford wanum undar wolenun, processerunt signa(der stern der weisen) cum claritate per nubes; 211 ho acard morgan cuman wanum

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