Aufsatz 
Deutsche Altertümer im Hêliand als Einkleidung der evangelischen Geschichte : Beiträge zur erklärung des altsächsischen Hêliand und zur innern geschichte der einführung des Christentums in Deutschland / von A. F. C. Vilmar
Entstehung
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grossartigen vorstellung erscheint. die unerschütterliche überzeugung von dem wesen der person und des amts Christi konnte nicht stärker und nicht bestimter ausgedrückt werden: unwandelbar, wie uralte sitte und uraltes volksrecht, unabänderlich, wie die geburt des empfangenen kindes, unabwendbar wie der tod war das amt und die macht des erlösers festgestellt.

Merkwürdiger noch ist es, dass zweimal 1116 und 23 1(hiu berhlun giscapu, splen- dida fata erwähnt werden. 11¹½ heisst es: thar gifragn ic that sie thiu berhtun giscapu mariun gimanodun endi maht godes that iru an them sidha sunu odan ward, comperi, quod lucida fata Mariam impulerunt et potentia divina, ut in hoc itinere ei filius natus sit(vorher, 10 ¼* heisst es schon: ant that sie godes giscapu mahtig gimanodun, that siu ina an manno lioht allaro barno bezt brengean scolde); 23¹1 nach der erzählung von Josephs traum in Egypten(Matth. 2), wiewol der dichter diessmal nur den engel, nicht den traum erwähnt: thoô sie thanan weldun, bédiu mid thiu barnu, léèstun thiu berhton giscapu, waldandes willion, al so he im than mid is wordun gibôd, tunc iter paraverunt ambo cum puero, secuti sunt lucida fata, voluntatem rectoris, prout verbis suis eos jus- serat ¹). hiermit werden wir in verbindung bringen müssen, dass 1471² wo das heran- nahen der bewaffneten schar unter des verräters Judas anführung erzählt wird, es heisst, ne märi drohtin bed metodogiscapu, torhtero tidio, rex clarus exspectabat fata divina, lucida temporis puncta ²): der schicksalsschluss ist ein leuchtender moment; ganz eben so wird 127²⁴ 1281 gesagt, Christus habe thero torohleon lidio gewartet, die ihm zukünftig waren, dass er für das volk dulden wollte. es springt in die augen, dass hier nicht etwa eine helle, lichte(frohe) zeit im heutigen sinne gemeint sein könne. dieselbe redensart erscheint zum dritten male 25²1: der noch nicht dreissigjährige Christus im so gethiudo béd torhtaro téeno ut decebat, lucida signa exspectabat. auch die wunder Christi heissen S111 torhtu técan, ja von den reden des Herrn kommt öfter die formel vor huat he torhtes getögde, gitalde 367; 47²21. nun werden die ankündigungen der geburt Christi durch den himmelsglanz in der nacht und durch die reden der engel gleichfalls lorhlus técan genannt 13⁰, ja torht scheint ursprünglich und vorzugsweise von dem glanze der himmelskörper, vor allem der sonne und des mondes und von dessen einflusse auf die irdischen dinge, gebraucht worden zu sein; der mond heisst torht tungal 111, und im ags. menologium die sonne am längsten tage tungla torhtast, ja Caedmon 94¹¹⁴ werden

1) es wird hierher auch zu ziehen sein 1618 dribun im godes giscapu, von den weisen aus mor-

genland, welche dem cuningsterron(stellae regiae), dem cumbal(helm- und heereszeichen) gefolgt waren.

2) tid bedeutet im Héeliand niemals zeitverlauf, zoros, sondern nur zeitpunkt, αισνσ für x‿νos dient hufla.