Aufsatz 
Deutsche Altertümer im Hêliand als Einkleidung der evangelischen Geschichte : Beiträge zur erklärung des altsächsischen Hêliand und zur innern geschichte der einführung des Christentums in Deutschland / von A. F. C. Vilmar
Entstehung
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that he ina so rikean telid, gihid that he god st: hoc auditis, viri, qui multi in hac domo estis, quod iste se ipsum tam potentem declarat, fatetur;, se Deum esse. da es so gut wie unmöglich ist, in rikiun den dat. sing. zu suchen, so bleibt nichts übrig, als anzu- nehmen, dass wir hier noch eine, wenn man will, unbewachte äusserung aus dem heidentum, eine alte opferformel vor uns haben. nicht unwahrscheinlich ist es(wie Sechmeller auch im glöossar unter regan andeutet; anders Grimm Mythol. 191), dass wir in dem ahd. frönô, welches als adverbium ja als adjectivum behandelt wird, divinus, reverendus bedeutet, und bekanntlich bis in das 16. jahrh. als stehendes epitheton von Christus und Maria gebraucht worden ist, eben einen solchenalten polytheistischen genitivus plur. besitzen, wie regano und metodo: deorum, i. e. quod deos decet, diis convenit, divinus; vielleicht dürfte demnach unser rikiun weniger auffallen.

Die bezeichnungen des schieksals, wie sie die heidnischen vorstellungen mit sich brachten, brauchen hier nur zusammengestellt zu werden; die ausführung s. bei Grimm Myth. c. 16 u. 28. die bedeutendste personification des schicksals ist die des todes in dem femininum thiu wurd, worunter sich der dichter ganz offenbar noch die todesgöttin, die Norne dachte, wenn auch angenommen werden kann, dass. die göttin hier nur noch als tropus auftrete. in drei stellen erscheint wurd ohne artikel und heisst geradezu: tod 23, 11111 und 66 18, hier in parallele mit mâri metodogiscapu; die personification wird: bestimmt gezeichnet durch die formel wurd farnimid(oder binimid), parca rapit, welche in diesen stellen gleichmässig erscheint. in den vier andern stellen, in welchen der artikel steht, wird es nicht geradezu mit tod identificiert, bezeichnet aber dennoch das endliche, finstere schicksal: 1405 wo es im plural vorkommt und arbédies endi zur parallele hat, so wie 141°, wo ihm tidi zur seite steht, wird es zu bezeichnung von Judas verrat und ende gebraucht; 1462² steht die formel so is god fader gimarcode mahtig daneben, 16316 maâri maht godes; beidemale beziehet sich die darstellung auf Christi tod ¹).

Häufig werden diejenigen ausdrücke der alten volksmässigen mythologie gebraucht, welche die wirkungen des fatums; das von vornherein feststehende geschick des menschen und der menschlichen dinge, wie es aus der unbegreiflichen willkür der höheren mächte fliesst, zu bezeichnen dienen: gilag(plur. gilagu) 16213 wo Pilatus Christum erinnert, dass sines libes gilagu in seiner macht stehen; aldarlag(- u) 118²³ wo die ankläger der ehebrecherin sich entfernen, ohne theru idis aldarlago(genit.) anzutasten, 125 wo Lazarus aufersteht und ihm sein leben wiedergegeben wird, that he is aldarlagu ègan

1) die stelle 73²² fällt nach J. Grimms bemerkung Jahrb. f. wiss. kritik 1842 no. 100 aus, da hier nicht wurd, die Norne, fatum, sondern wurdh, aren, solum, gemeint ist; der schreiber von C. L. welcher endi wederes gang auslässt, also regin endi sunna als apposition zu wurdh stellt, hat jedoch wahrscheinlich an wurd, fatum, gedacht.