Aufsatz 
Deutsche Altertümer im Hêliand als Einkleidung der evangelischen Geschichte : Beiträge zur erklärung des altsächsischen Hêliand und zur innern geschichte der einführung des Christentums in Deutschland / von A. F. C. Vilmar
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

namen des teufels) ebenso wie das schon angeführte menscatho eher auf diese wesen, als auf menschliche, kriegerische feinde und räuber geht; allerdings bezeichnet das hoch- deutsche landschade einen räuber, so dass es wie das einfarde schäde sogar familienname geworden ist, es fragt sich indes noch, ob nicht diese namen von den unholden des mythus erst später auf menschliche schädiger übergetragen seien. im Beovulf kommen die meisten dieser bezeichnungen entweder ausschliesslich oder doch vorzugsweise von den ungeheuern(Grendel und den drachen) vor..

Selhst die riesensage ist im Héêliand nicht ganz vergessen: es mag die stadt die auf dem berge liegt nicht verborgen werden Math. 5. wird 424 also wiedergegeben: thiu burg ni mag thiu an berge stàd holmklibüú biholen werden, wrisilic giwerc; weit hinaus in das meer sichtbar ist, wie noch der walküre Brunhild burg im Nibelungenliede die auf einer hohen seeklippe stehende burg, ein w erk der riesen, ganz wie im Audreas enta aer- geveorc von den burgstrassen gebraucht und Elene 31 burg enta(giganium arx) gesagt wird: eine erinnerung an die sagen und lieder von den auf die höchsten klippenspitzen erbanten riesenburgen, gegen welche die helden der vorzeit gestürmt hatten.

MITHOLOGIE.

Die beziehungen auf die deutsche mythologie, welche sich im Héèliand finden, sind fast sämtlich von Grimm zur genüge besprochen, so dass sie hier nur aufgezählt und allenfalls einige spuren etwas weiter verfolgt werden dürfen.

Der einzige hier vorkommendéè direct aus dem heidnischen cultus herübergenommene name Gottes ist(ausser fraho, froô, welches zwar ursprünglich den gott, hier aber schon den weltlichen herren bezeichnet, so dass seiner nebst irmin und drohlin besser an anderer stelle erwähnung geschieht) metod(ags. metod, meotod, altn. miötudr), der messende, ordnende, welchér auch im angelsächsischen üblich geblieben ist, da er am wenigsten speciell heidnischen inhalt zu haben scheint, vielmehr im ganzen nur für eine formelle bezeichnung des höchsten wesens gelten vanne sich also sehr wol in die lehren der christlichen kirche fügte. im Héliand findet er sich nur zweimal 418 und 1517; im ags. Caedmon fast auf jedem blaätte. dass aber dieser ausdruck mit beidnischen vorstellungen von der weltherschaft und weltregierung unmittelbar zusammenhänge, zeigt die nicht etwa von dem dichter erfundene,'sondern altherkömmliche alliterierende formel melod markõda; 41³ so habed im wurdgiscapu melod gimarkod; doch kommt dieselbe, vielleicht weil sie allzu stark an heidnische vorstellungen anklang, nur in dieser einen stelle vor, während der dichter, so oft er auch sonst markôn bei göttlichen ratschlüssen braucht, der zusammenstellung von metod und markon sichtlich aus dem wege geht. markön tedentet