Aufsatz 
Deutsche Altertümer im Hêliand als Einkleidung der evangelischen Geschichte : Beiträge zur erklärung des altsächsischen Hêliand und zur innern geschichte der einführung des Christentums in Deutschland / von A. F. C. Vilmar
Entstehung
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verborgen, versteckt, heimlich, sondern in der weise verborgen, dass es sich nicht an das licht wagen darf, mit tücke versteckt(vgl. 116²3 die pharisäer fragen darnungo um den zinsgroschen), däs verbum dernean, bidernean nicht bloss verbergen, sondern ver- bergen mit der absicht schaden zu thah, und ist noch im Héèliand trotz mehrerer stellen, in welchen bihelian und bidernean parallel vorkommen, von bihelian, welches an sich nur bedeutet in gewänder hüllen 125 12 sehr bestimmt verschieden 1). es scheint vor allem der bezeichnung geheimer schädlicher kräfte und künste, zauberischer thätigkeiten ge- widmet gewesen zu sein, wie im ags. menologium dyrne cräft geradezu für liebeszauber gebraucht wird(ides sceal dyrne cräfte femne hira freond gesécan gif he nelle on folce gebeon: femina secreta arte amicum suum arcessat, si nolit in populo versari, das spätere bockholen und das noch jetzt übliche kochen der schuhe und strümpfe in des teufels namen), und tarnhüt offenbar nicht bloss eine verbergende haut(diese hätte hélhüt heissen können und müssen), sonderp eine zauberisch verbergende haut bedeutet. die schlimme bedeutung mag übrigens nachgerade an stärke zugenommen haben, so dass das wort, als dem christlichen sinne allmälich anstössig geworden, früh untergieng, und im 15. jahrh. statt tarnkappe: helekäplin gesagt wurde. am bestimmtesten scheint die erin- nerung an den zauber 2 1²2 ausgedrückt, wo von Christus gesagt wird, er sei gekommen managon le helpun wid fiundo nith, wid dernero dualm(multis auxilio contra infensum animum hostium, contra occultorum fascinationem, impedimentum); es gehört diess in die alte kriegsmythologie, welche wir aus der ersten Merseburger beschwörungsformel gelernt haben: es gibt dernie, verborgene kräfte, feindliche zaubernde wesen, welche das kriegs- heer aufhalten(suma heri lezidun in den Idisi; im Héliand neben lettean, welches an vier stellen erscheint, auch biduelian, impedire fascinationibus), und gegen diese zaubernden wesen, die teufel, welche das menschengeschlecht aufhalten in seiner(kriegs-) fart nach dem himmel, kommt Christus zu hilfe. ausser dernea wihti heissen die geister der hölle auch mödaga wpihli 1205o(daemones irati), welchem unholde parallel steht; 1571⁸ u. a. St., crafliga wihli 314 und lôtha wihli 48 14(im vaterunser), sämtlich wol ursprüng- lich bezeichnungen der mit grimmem zorn gegen die menschen wütenden ungeheuer des alten mythus; züge wie Beov. 1092 väs mereſixa môd onhréred; 1454: tha his(Grendels) môd ahlòg, und ähnliche liegen dem gebrauche dieser formeln ichtlich zu grunde. viel- leicht dass auch balouiso 33², wamscatho 31¹7, liudscatho 3218, thiodscatho 331¹(sämtlich

1) die formel würde dairna, darn, daürnum, daüurnans sein, welche wieder auf daira, dar, dèrum, daürans zurückzuführen wäre, so dass aus letzterer auch daron(nocere) geflossen sein könnte; eine ags. ableitung mit c ist deoro(tenebrosus) ahd. mit h unden tarhn Graff 545s. ahd. bitarnjan hat die entschieden schlimme bedeutung consternare, einen durch heimliche nachstellung, plötzlichen listigen überfall ausser fassung bringen.