Aufsatz 
Deutsche Altertümer im Hêliand als Einkleidung der evangelischen Geschichte : Beiträge zur erklärung des altsächsischen Hêliand und zur innern geschichte der einführung des Christentums in Deutschland / von A. F. C. Vilmar
Entstehung
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he wola vonda in der Merseburger beschwörungsformel: siebezeichnen die überzeugung von der vollen berechtigung, fähigkeit und macht eines individuums, irgend etwas aus- zuführen, was nur diese und keine andere person ausführen kann und darf: eine ruhige feste zuversicht, wie sie nur in zeiten möglich ist, welche in keinem punkte ihre schranken überschreitet, innerhalb derselben aber ihrer vollen wirksamkeit wie unge- schmälerter anerkennung gewis ist. habde garu gödirord(in promtu habuit aptumeresponsum) 485; 6111; 71⁰; 86²¹; 115²2² u. a. St., auch habde garu glau andivwordi 287s ist eben so episch feststehend, wie Hiltibrant gimahalta wie das agf. madelode, oder wie das homerische τ0ν νν Ara ειν νμεμν τιο*S. eben so feste formeln sind die anreden frô min 122²; 123³; 140 ²³; 17413. raldand frô min 64°; 923; 148 ¹ eine stelle, welche besonders bemerkenswert ist, weil hier das frô min die anrede mehrerer ist; 1538; drohtin frõ min 15³; 29¹²; 14517. frô min the 9do 641; 124²°; 1316; 13415; 1381 2; 1437; herro min 123%, herro the gôdo 472⁸; 646; 7483 783; 8617; 99°. sehr häufig erscheint werdan an lustun(laetum fieri): mo oard thes werodes filu, heys liudeo an lustun 3413 u. v. a. St. vgl. Judith 13613 hèére väs on lustun; Elene 262 fôron on luste. auch die redensart ef is léra ni dög(M. dugun) 411s darf mit Hild. 44 ibu din ellen taoc Beov. 1141 thonne his ellen deäh veéerglichen und für eine epische formel erklärt werden, welche offenbar Zunächst nicht von der lehre, sondern von der in den kämpfen zu be- währenden manuskraft gebraucht worden ist..

Aber es ist nicht allein eine formelle anlehnung an die alte volksmässige poesie, oder vielmehr diese selbst, welche wir hier kennen lernen, und von welcher im verfolg unter den einzelnen besondern rubriken noch weiter die rede sein muss; es finden sich auch in der sache selbst anklänge an das alte volksmässige epos,"n dessen inhalt, die sage. so heisst das feuer grädag(vorax): grädag ſiur 6511, 1041¹1 beidemal vom höllen- feuer; grädag logna 130²³, von dem feuer durch welches Jerusalem untergehen werde; 133 ¹° erscheint auch der ausdruck grim endi grädag von dem schwarzen qualm; welcher Sodom verzehrte. das feuer wird vermöge der vorstellung von der flamme als einem lebendigen ungeheuer grädag oder unfuodi(iusatiabilis 78²2³) genannt, doch geht der sinn ohne zweifel weiter: wir erinnern uns, dass im Beovulf 241 Grendel und 2998 Grendels mutter grim and graedig genannt werden. es ist sicherlich das grim endi grädag im Meéliand eine reminiscenz an das unheimliche und ungeheure, an die unthiere der tiefe aus der alten volkssage, welche hier zur schilderung des ungeheuren in dem untergang Sodoms verwendet wird, und dazu diente, dem volké diese geschichte von Sodom gleich unter den bequemsten gosichtpanket Zu rücken: in Sodom sieht dasselbe, so wie diese altbekannten töne angeschlagen werden, gleichsam ein stück der eigenen alten mythologie mit all ihren Wundern und schrecken. so werden auch Caedmon 276²¹ die teufel gifre and graedige, gleichsam gesellen von Grendel und ähnlichen wesen des alten nationalmythus