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heldenlieder damals und fortan bis zum untergang des epischen volksgesanges überhaupt, im 16. jahrhundert, eingeleitet zu werden pflegten: 110²4— 1111 ox mag ik iu gitellien of gi thar tõ wwilliad huggien endi horien(narrabo vobis, si animum attendere et audire voletis). auch Christum lässt der dichter seine reden mit solchen epischen formeln beginnen: 734 huat ikx iu seggean mag(hoc vobis dicam); 51¹ X scal ik iu seggean noh; 131¹1 r mag iu thoh gilellien(narrabo vobis), eben so wie er auch den engel die epische wendung gebrauchen lässt 1218 that ik eu gitellean mag. in eben der weise beginnt das Beovulflied: hvät ve Gârdena in geardagum theodcyninga thrym gefrunon, und Andreas: hvät ve gefrunon(hoc comperimus); das lied vom Rosengarten zu Worms: Waz man von richen künegen gesinget unde geseit; endlich das lied vom riesen Sigenôt: Wellent ir herren hie betagen; Beov. 1878: hvät secgan mäg;. Judith 13561: ic eow secgan mag; Cädmon, welcher sich mitunter auf die schrift beruft(6828 us gevritu secgad) hat doch auch gifrägn 219¹° und öfter die im angelsächsischen übliche formel mine gefrege 712°. Andr. 1626. es gewähren diese formeln, welche eben so auf alter tradition beruhen, wie sie die mündliche tradition bezeichnen, den wolthuenden eindruck, dass hier nichts ersonnenes, künstliches und gemachtes, auch nicht blosses buchwissen vorliege, sondern eine lebendige erzählung, welche den erzähler ganz erfüllt und ihm jeden augenblick zu gebote steht; sie weisen auf ein der grossen gesamtheit zugehörendes eigentum an wissen von geschehenen dingen. das bloss geschriebene und bloss gelesene Evangelium hat die Sachsen nicht bekehrt, wie es noch heute keine völker, höchstens individuen bekehrt; gewis hätte es keinen Héliand erzeugt.
Auch andere wendungen, wie sie in öfterer wiederkehr kein wahres epos entbehren kann, zeigt unser gedicht gleich den nächstverwandten epischen gesängen. was im tharf mikil 4713: 20, 72²² u. a., mi is firinun tharf 7411, 10314 ist wie Byrhtn. 127* us is eallum thearf vgl. 126¹⁹, 1301; Judith. 1315 tha heo àâhte maeste thearfe; Beov. 28. u. v. a. St. fyrentharf; Hildebr. 18. 21 darba gistuontun; die formel bezeichnet zunächst die hilfsbedürftigkeit des einzelnen, zumal im kampfe und kriege, welcher durch die milde und hélfe des königs, so wie durch den treuen beistand der verwandten abgeholfen wird. so man scal: 578 so man widar fiundun scal; 168¹ 0 man is muoder scal; 170 6 so man is frohon scal; 33 1⁸ so. scal man thiodgode vgl. 4¹; 253. Beov. 2345: sva sceal man döôn; Otfrid Ludw. 2 so francono kunig scal; 1, 5, 13 so man zi frowun scal; sämmtlich ausdrücke für die nicht durch gesetz, sondern durch unverrückbare, im bewustsein des gesammten volks feststehende sitte gebotene pflicht, für eine bestimmte, in bestimmten verhältnissen su erfüllende leistung. lälu i thi brükan wel 338; vgl. iro barnes brükan 921; 937. Beov. 2084: hét hine wel brücan. Caedmon 161¹3 that ic the laete dugutha brücan. auch zo sie wela mahlun 83¹% C., the so filo consta 62°; endi mahta so giléstien wel 37 1° sind unter sich nahe verwandte, altgebräuchliche formeln, ganz genau zu vergleichen dem so


