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attinente— erbauen, jedoch der Mutterkirche in Saßen ²s) unbeſchadet, und ſollte jede Woche auf einen Tag— quem predicti villani sibi eligerent— der Gottesdienſt von Wirberg aus verſehen werden ²⁰).
Die Parochialverhältniſſe haben auch durch die Reformation keine weſentlichen Veränderungen erlitten; denn die Pfarrei Wirberg umfaßt jetzt noch die genannten Ortſchaften.
V.
Die Geſchichte vieler Klöſter beſteht faſt einzig in der Geſchichte ihrer Güter. Auch bei Wirberg iſt dies der Fall. Wir würden die uns geſtattete Grenze weit überſchreiten, wenn hier bezüglich der Kloſtergüter alle urkundliche Nachrichten von Schenkungen, Ankäufen und Verkäufen wiedergegeben werden ſollten. Wir beſchränken uns deshalb blos auf folgende Angaben, welche in⸗ deß ſo ziemlich das Wichtigſte aus den älteſten Zeiten enthalten dürften.
Im Jahre 1223 verkauft Propſt Wigand zu Wirberg die Güter ſeines Kloſters zu Huckele, da ſolche von wilden Thieren verwüſtet ſeien und keinen Nutzen brächten, an das Kloſter Haina ²o). Im Jahre 1243 beurkundet Propſt Werner und Convent zu W. die Uebergebung eines Hofes mit 15 Morgen Acker und Wieſen zu Oueckborn von Seiten des Arnold von Queckborn an ſein Kloſter 31). Im Jahre 1251 tritt Ritter Ludwig genannt von Vadenrode einen Acker bei Eppilinrode ³²) an das Kloſter Wirberg ab gegen Güter zu Hole ³s). Im Jahre 1262 ³²) bekennt der Convent des Kloſters Immichenhain, dem Kloſter W. ein jährliches Zeichen der Unterwer⸗ fung ſchuldig zu ſein, und verpflichtet ſich, jährlich zur Kirchweihe in Wirberg zwei Wachskerzen von 2 Pfund auf den Altar der dortigen Kirche zu liefern. Der Zuſatz:„in signum subjectionis“ deutet ohne Zweifel auf ein Lehnsverhältniß hin, welches zwiſchen beiden Klöſtern ſtattfand. Im Jahre 1285 verſchreibt Propſt Balduin von W. einer gewiſſen Demudis, Wittwe des Bürgers
²¹) Die Kirche zu Saßen iſt längſt zerfallen; vor 130 Jahren waren nach einer mir vorliegenden ſchrift⸗ lichen Nachricht von dem damaligen Pfarrer Heß zu Wirberg nur noch einige Mauern ſichtbar. An ihre Stelle als Mutterkirche trat— wann? iſt noch unermittelt— die Kirche zu Veitsberg, dem heil. Vitus geweiht. Auf einer dortigen Glocke lieſt man die Verſe: 4 St. Veit heiß ich, Zu Gottes Ehren läut ich, Ich läut zur Kirch und kling zum Grab, O Menſch, dein große Sünd leg ab. ²²) Wenck, Urkund. II, S. 173.
³⁰) Guden. Cod. dipl. T. I, p. 492. Hier ſteht„Huckele“. Es dürfte jedoch„Huebele“ zu leſen und der ausgegangene Ort dieſes Namens bei Schadenbach gemeint ſein(Wagner, Wüſtungen S. 64). Hier hatte Haina noch ſpäter Beſitzungen. Ein Huckele kommt unter den heſſiſchen Wüſtungen nicht vor.
²¹) Wenck, Urk. Th. II, S. 159 not.— ²²) Eppilinrode hieß ein ausgegangener Ort bei Hungen(Wagner, Wüſtungen S. 121).
*¹) Baur, Urkunden zur heſſ. Geſch. H. 1, S. 75.— Hole iſt ein ausgegangener Ort bei Ehringshauſen, wo noch ein Holer Grund vorkommt(Wagner, Wüſtungen S. 62).
³¹) Wenck, Urk. Th. II, S. 190.


