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Daß aber von Seiten des Landgrafen die Güter, um die es ſich handelt, beanſprucht wurden, ließe ſich wohl mit Fug daraus erklären, daß das Schloß nebſt dem Grund und Boden, der dazu gehörte, in irgend einem Lehnsverhältniſſe geſtanden habe, worin auch die folgenden Verwickelungen recht wohl ihre Urſache können gehabt haben. Der Ort Hagen war nach dem Ausſterben der Familie ein ſtreitiger Ort geworden.
Auch der Annahme, daß Wirberg zuerſt eine Burg geweſen, läßt ſich kein triftiger Grund entgegenſtellen. Der Berg, von dem es ſich handelt, iſt nach drei Seiten hin jäh abſchüſſig und ringsum zeigen ſich noch jetzt, obgleich Zeit und Menſchenhände ihr Recht geübt haben, Ueberreſte von mächtigen Mauern, welche ſicherlich nicht blos zum Schutze eines Kloſters aufgeführt worden ſind. Die Worte der Urkunde:„terrenae munitiones habitationis“ laſſen endlich keine andere Auslegung zu.
Es unterliegt demnach keinem weiteren Zweifel, daß die Burg Wirberg von der Wittwe des Ritters Manegold in ein Kloſter umgewandelt und in der erſten Hälfte des 12. Jahrhunderts geſtiftet worden iſt ¹).
Noch wäre zu unterſuchen, welchem Geſchlechte Manegold ſelbſt angehört habe? Voraus⸗ geſetzt, daß er ſich nach ſeiner Burg Hagen und nicht nach Wirberg— was freilich unentſchieden iſt— benannt habe, liegt allerdings die Vermuthung nahe, daß er zu der Familie zu zählen ſei, welche ſich bald von Hagen, bald von Arnsburg, bald auch von Hagen und Arnsburg nannte ¹³) und aus welcher die Herren von Minzenberg entſproſſen ſind. Bernhard ¹“) ſchreibt Manegold ohne Bedenken dieſer Familie zu, indem er ſagt:„Wann man aber die castra Hagen und Wir⸗ berg ihnen zueignet, ſo legen dieſelben nicht undeutlich an den Tag, ſie haben zu dem Geſchlechte der von Münzenberg gehört, als welche Herrn ſich vormals von Hagen geſchrieben“. Ebenſo nimmt auch Grüsner ¹s) keinen Anſtand, dieſen Manegold als den Stammvater der Herren von Hagen, als den Vater Eberhards von Hagen und den Großvater Conrads von Hagen und Arnsburg, des Stifters des Kloſters Altenburg— woraus ſpäter Arnsburg— aufzuſtellen.
Allein es iſt längſt erwieſen, daß jene dem höheren Adel angehörige Familie von Hagen, aus welcher die Minzenberger hervorgingen, ſich von der Burg Hagen oder Hain in der Dreieich benannten, welche mit unſerem Hagen nicht verwechſelt werden darf. Es ſteht ferner feſt, daß mit Manegold ſein Geſchlecht erloſchen iſt; daß Manegold's Wittwe ihr ganzes Vermögen zur Stiftung des Kloſters Wirberg verwenden konnte, woraus ſich ergiebt, daß ſie unbeerbt war. Selbſt die etwaige Tradition von Manegold's allein übrig gebliebener Tochter Aurelia deutet darauf hin, daß
¹) Um die Zeit, ſoweit es möglich iſt, genauer zu ermitteln, dient die Bemerkung, daß Manegold erſt nach 1123 kann getödtet worden ſein, da er im Kloſter Ilbenſtadt begraben wurde, welches erſt in dieſem Jahre geſtiftet wurde. Der Stiftungsbrief ſteht bei Guden. Cod. dipl. T. I, p. 53. Seine Ermordung fällt alſo in die Zeit, da unter K. Heinrich V. Deutſchland von inneren Kämpfen zerriſſen wurde und die Großen bald für, bald wider das kaiſerliche Anſehen die Waffen erhoben.
¹³) Guden. Cod. dipl. T. I, p. 199. Archiv für heſſ. Geſchichte u. Alterth. B. I, S. 6 ff.
¹)) Marburger Beiträge St. III, S. 107. 3
²³) Grüsner, diplom. Beiträge St. III, S. 20 ff.


