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Bei einer anderen Gelegenheit ⁹) habe ich bereits von dieſer Burg, welche ich in dem großen Walde zwiſchen Reinhardshain, Bersrod und Beuern ſuchen zu müſſen glaubte, geſprochen, habe es jedoch dort unentſchieden gelaſſen, wo die Stelle zu finden ſei. Da ſeitdem neue Quellen aufge⸗ ſchloſſen ſind, ſo dürfte nunmehr auch der Platz, wo Hagen geſtanden, zu beſtimmen ſein. In dem von Herrn Archivdirector Baur zu Darmſtadt, deſſen Verdienſte um die vaterländiſche Geſchichts⸗ forſchung mit jedem Jahre glänzender werden, herausgegebenen Urkundenbuche des Kloſters Arns⸗ burg finden ſich drei dieſen Gegenſtand betreffende Urkunden. In der erſten ¹*) vom Jahre 1210 verkauft Propſt Wigand in Wirberg, unter Vorbehalt des Wiederkaufs, die Güter ſeines Kloſters „in loco, qui dicitur Hagen, apud Buren 11) sita“, dem Abte Meffrid zu Arnsburg für 4 Mark köllniſch, unter dem Anfügen, daß er aus dem Beſitze dieſer Güter von dem Landgrafen gewaltſam verdrängt werde. Es ging hiermit der Ort Hagen in den Befitz des Kloſters Arnsburg über. Aus der zweiten Urkunde ¹²) vom Jahre 1245 erſehen wir, daß auch Arnsburg in dem Beſitze dieſer Güter geſtört wurde, indem ſowohl Ritter Adolph, genannt Flecke von Buſeck, als die Einwohner von Beuern auf den Wald des Kloſters,„quae Burghagen cdicitur“, Rechte zu haben vorgaben. Die dritte Urkunde ¹³) vom Jahre 1246 enthält einen Rechtsbeſcheid der Schöffen in Grünberg zu Gunſten Arnsburgs gegen Ritter Adolph, genannt Fleck, betreffend„bona sita ofme Haene in Buren“..
In den drei Urkunden iſt von einem und demſelben Streitobjecte die Rede. Der Ort war 1245 bereits ein Wald, an dem der Name Hagen, Burghagen haftete, welcher ſpäter in „Haene, Hain“ überging. Es befindet ſich aber die Stelle, die jetzt noch Burghain heißt, etwa eine Viertelſtunde nordöſtlich von Beuern, in der Richtung nach dem oben genannten Rein⸗ hardshainer Walde hin, liegt ziemlich hoch und gewährt nach Süden eine ſchöne Ausſicht nach der Wetterau hin. Auf der Höhe des Berges iſt vor nicht gar langer Zeit noch ein Brunnen geweſen; unter dem Berge aber ſind noch jetzt einzelne Spuren von Mauern ſichtbar, welche nach der Volks⸗ ſage von einem ehemaligen Kloſter herrühren ſollen 1¹). Auch die noch in Reinhardshain gehende Sage,„daß in dem betreffenden Walde ein Schloß geſtanden habe, das abgebrochen worden ſei und deſſen Bewohner auf den Wirberg gezogen ſeien“, erſcheint hier bedeutungsvoll und verleiht der Sache ein ſtarkes Gewicht.
⁴) Archiv f. heſſ. Geſch. u. Alterth. B. V, S. 27 ff.
**) Baur Urkundenbuch des Kloſters Arnsburg S. 4, Nr. 6. ²¹) Das jetzige Beuern.
¹²) Baur a. a. O. S. 26, Nr. 38.
*¹) Baur a. a. O. S. 33, Nr. 49. Der betreffende Ort wird auch angeführt von Landau, wüſte Ort⸗ ſchaften in Heſſen S. 188, und von Wagner, Wüſtungen S. 217.
*¹) Nachrichten zufolge, die mir von Herrn Pfarrer Sander zu Beuern mitgetheilt wurden, hießen die betreffenden Güter das Pfaffengut. Sie umfaßten etwa 115 Morgen— der Burghain allein circa 50 Mor⸗ gen— und wurden laut Kaufbrief vom 13. Febr. 1807 von der fürſtlichen Rentkammer zu Lich an die Gemeinde Beuern für 7000 fl. verkauft. Damals war der Burghain Ackerland; jetzt iſt er mit einem etwa 141ährigen Kiefern⸗ wald bewachſen.


