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nur wenig abheben, ſind die ſtrahlig⸗faſerigen ſofort deutlich erkennbar. Tſchermak ²s) hat ſie als Broncit erkannt. Auch unter ihnen finden ſich nie radialfaſerige Kugeln, ſondern nur parallel⸗ oder convergirend⸗ oder verworren⸗faſerige. Doch ſind ſie bei Hungen nie ſo groß und deutlich ſtrahlig, wie etwa bei New⸗Concord. Die gleichmäßig grauen, nicht riſſigen Kügelchen ſind vielleicht ſolche, die ſenk⸗ recht auf die Faſern durchſchnitten ſind; ſie unterſcheiden ſich von den Olivinkugeln vollſtändig. Auch nur annähernd deutliche Kryſtallbildungen ſind ſowohl bei dem Olivin der Kügelchen und der Grund⸗ maſſe ſehr ſelten und nicht genauer zu beſtimmen.
Tſchermak erwähnt noch als Beſtandtheil dieſes Steins„ein braunes Mineral feinſchaliger Tex⸗ tur, welches durch ſeine tiefere Färbung und das Gefüge von den anderen abſticht. Auch in der optiſchen Orientirung iſt es davon verſchieden. Es bildet eckige Körnchen“. Nach ſeinen weiteren Unterſuchungen möchte er es für einen diallagartigen Augit halten. Ich kann daſſelbe an meinen Präparaten nicht auf⸗ finden und habe es bei dem Dünnſchliff, den ich nach Wien ſchickte, überſehen.
Eine chemiſche Analyſe des Steins von Hungen wird alſo ergeben müſſen:
I. In den metalliſchglänzenden Theilen: Nickeleiſen(in wechſelnden Mengen wenig Ni und viel Fe) und Troilit(FeS) oder Magnetkies(FesSo).
II. In der ſchwarzen nicht metalliſch glänzenden Maſſe: Chromeiſenerz(FeGrOa) in ſehr geringer Menge; der größere Theil iſt wohl ein ſchwarzes Silikat, das vielleicht geſchmolzen war.
III. In der Silikatgrundmaſſe und den Kügelchen:
1) Durch Salzſäure zerſetzbar: Olivin: SiOz, FeO,(MnO), MgO,(CaO). 2) Unzerſetzbarer Theil: a) Broncit: SiO, AlOs, FeO,(MnO), MgO, CaO,(KzO, Na*O). b) Vielleicht ein diallagartiger Augit: SiOs,(FeO, MnO,)(AlOs, FeOs),(CaO, MgO).
In anderen Meteoriten wurden wohl z. Th. nur durch ungenau ausgeführte chemiſche Analyſen von einigen Forſchern Mineralbeſtandtheile gefunden, die noch mehr oder weniger zweifelhaft ſind, die aber auch, ſelbſt wenn ihre Exiſtenz ſich bei weiteren Unterſuchungen beſtätigen ſollte, nicht im Chondrit von Hungen zu erwarten ſind. Anorthit(CadiOs+ AlSiOs) findet ſich nach G. Roſe in manchen Meteorſteinen beſtimmt(Juvinas u. A.), in anderen, ebenfalls nicht chondritiſchen, wird er vermuthet. Enſtatit(MgSiO) bildet den Stein von Biſhopville u. A. und wurde anfangs für ein beſonderes Silikat gehalten und Shepardit genannt. Augit((FeCaMg)SiOs mit wenig AlOs) iſt wie Anorthit Beſtandtheil einer kleinen Gruppe von Meteoriten, die G. Roſe Eukrit nennt. Die von Maskelyne aufgefundene rhombiſche Kieſelſäure, Asmanit im Eiſen von Steinbach, iſt noch nicht unzweifelhaft beſtätigt; die Kieſelſäure in der Roſtrinde des Tolucaeiſens iſt ohne Zweifel von außen hineingeroſtet. In anderen Meteoriten iſt freie Kieſelſäure noch nicht gefunden worden. Nicht auf der Erde findet ſich das Phosphornickeleiſen(Schreiberſit= Lamprit und Rhabdit). Eine Reihe von anderen Mineralien, die als Beſtandtheile von Meteoriten allzu zweifelhaft ſind, mögen unerwähnt bleiben, ganz zu ſchwei⸗ gen von denjenigen, die ſich erſt auf der Erde durch das Liegen im Boden oder ſonſtwo gebildet haben.
Die mineralogiſchen Beſtandtheile der Meteoriten ſind demnach wenig zahlreich, beſonders wenn man ſie mit denen der Erde vergleicht; die meiſten ſtimmen auch mit irdiſchen Mineralien überein, und nur wenige chemiſche Verbindungen finden ſich nicht auf der Erde. Meteoriten mit allen ihren verſchie⸗ denen Eigenſchaften künſtlich nachzubilden iſt noch nicht gelungen.
*³) Sitz. Ber. Acad. Wien I. A., B. 65, Febr. 1872.


