Aufsatz 
Über Meteoriten / von Otto Buchner
Entstehung
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durch die ganze Maſſe zerſtreut iſt. Wie dünn dieſe Eiſentheilchen ſind, geht daraus hervor, daß ſie meiſt nicht einmal durch die Dicke einer Dünnſchliffplatte hindurch ziehen, ſo daß dieſe auf der einen Seite das Eiſen ganz anders vertheilt zeigt, als auf der anderen. Schwefeleiſen iſt nur in ſehr geringen Mengen und kleinen Körnchen eingeſprengt, die an dem ſchwächeren Glanz und der gelben Farbe vom Eiſen zu unterſcheiden ſind. Es kann Magnetkies ſein, vielleicht aber iſt es Troilit. Von weiteren ſchwarzen Partien iſt nichts auf der faſt gleichmäßig aſchgrauen geſchliffenen Fläche wahrnehmbar, ſie treten erſt hervor bei durchfallendem Licht und unter der Lupe, mehr noch unter dem Mikroſkop. Es zeigt ſich, daß das Eiſen begleitet wird von einer ſchwarzen undurchſichtigen Maſſe ohne Metallglanz, die gegen das Eiſen in ſcharfer, unregelmäßiger Begrenzung abſetzt, ſowohl am Rande, als auch in den Eiſenpartikeln ſelbſt. Sie hat im Ausſehen große Aehnlichkeit mit der ſchwarzen Maſſe der Schmelzrinde im Dünn⸗ ſchliff, und doch hat dieſe ſtellenweiſe einige Durchſichtigkeit. Nur ſehr ſelten tritt die ſchwarze Maſſe kugelig, aber nicht vollkommen ſcharf begrenzt auf, mit oder ohne kleine Einſchlüſſe von Eiſen; meiſt aber iſt ihre Geſtalt höchſt unregelmäßig, auch da, wo ſie unabhängig vom Eiſen in die durchſichtige Silikatmaſſe in größeren bis zu ſehr kleinen Partien eingelagert iſt. Nur wo die kleinen und kleinſten ſchwarzen Partikelchen mehr einzeln oder in größeren Mengen, aber gleichmäßiger vertheilt, eingeſtreut ſind, läßt ſich da und dort würfelige Kryſtallform erkennen. Sie deutet auf Chromit hin.

Kann nicht ein Theil dieſer ſchwarzen Maſſe, beſonders da, wo ſie in größeren Partien in der Nähe des Eiſens oder auch in den durchſichtigen Silikaten eingebettet iſt, geſchmolzene Rindenſubſtanz ſein, welche durch den ſtarken Druck der gepreßten Atmoſphäre in Klüfte und Spalten des Steins hinein⸗ getrieben wurde? Bei der eigenthümlichen feinen Vertheilung in der Silikatmaſſe gewiß nicht, vielleicht wo ſie als Ausfüllung gangartig auftritt, das aber habe ich nicht bei dem Stein von Hungen, wohl aber bei zahlreichen anderen Meteoriten wahrgenommen.

Vergleichen wir Hungen mit anderen Chronditen in Bezug auf dieſe ſchwarze Maſſe. In En⸗ ſisheim und Little Pinney iſt ſie viel gleichmäßiger vertheilt und durchſchwärmt den Stein in ſehr zahlreichen, aber kleinen Partien nach allen Richtungen hin. Viel weniger und nur in kleinen iſolirten Partien findet ſie ſich in Girgenti. Aehnlich iſts bei Agen, Knyahinya und Buſchhof, wo aber auch größere ſchwarze Partien auftreten. Mehr noch zeigt dies Pohlitz, wo ſich auch feinere und grö⸗ bere ſchwarze Maſſen zu unregelmäßigen Adern vereinigen. New⸗Concord hat weniger und feinere ſchwarze Adern, und große durchſichtige Partien des Steins ſind ganz frei von ſchwarzer Maſſe. Schon ohne Vergrößerung erſcheint der Dünnſchliff viel dunkler als bei Hungen durch mehr vorherrſchende ſchwarze Maſſe bei Vouilléè, bei Pultusk, wo ſie theilweiſe auch durchſichtige Silikatkugeln ringsum einſchließt, bei Cabarras Cty, Krähenberg, Bremervörde und Seres, wo durch die vorherr⸗ ſchende ſchwarze Maſſe viele Partien des Dünnſchliffs undurchſichtig werden.. So ähnlich alſo auch der mineralogiſche Charakter aller dieſer Chondrite iſt, ſo unterſcheiden ſie

ſich doch wieder auffallend bei genauerer Betrachtung auch nur eines Beſtandtheils, und keiner der un⸗ terſuchten Meteoriten ſtimmt mit dem von Hungen ganz überein. Gerade ſo verhält es ſich mit den durch⸗ ſichtigen Silikaten.

Dieſe erſcheinen farblos oder mehr grau, nur an wenigen Stellen gelblich oder bräunlich, während bei anderen Chondriten dieſe Eiſenoxydfärbung im Uebermaß auftritt. Sofort ſind auch die beiden ver⸗ ſchiedenen Kugeleinſchlüſſe bemerkbar. Ihre Farbe, die bei auffallendem Licht theils heller, theils dunkler, theils gleich der der Grundmaſſe iſt, erſcheint bei durchfallendem Licht höchſtens wenig dunkler wie dieſe, mit Ausnahme der ſeltenen ganz ſchwarzen Kugeln, die ſchon erwähnt wurden. Auch das verſchiedene Gefüge der Kugeln, das G. Roſe erwähnt, iſt ſofort zu erkennen. Während die wenig zahlreichen, riſſi⸗ gen und meiſt nicht ſcharf begrenzten Olivinkugeln ſich von der eben ſo riſſigen durchſichtigen Grundmaſſe