Aufsatz 
Über Meteoriten / von Otto Buchner
Entstehung
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Mannigfaltigkeit der Combinationen darbieten, die beſonders ſchön ausgebildet und mehre Linien groß ſind. Beim Hämmern des Eiſens bröckeln ſie aus den Hohlräumen und hinterlaſſen Eindrücke, an welchen ebenfalls die Kryſtallflächen erkennbar ſind. Beim Eiſen von Atacama iſt der eingeſchloſſene Olivin in noch größeren Partien vorhanden, aber ſtark zerklüftet und mehr verwittert, daher hat er auch nicht mehr die rein eiſengrüne, ſondern eine mehr roſtbraune Farbe. Die eigenthümlichen haarförmigen, verſchieden langen, geraden und unter einander parallelen Einſchlüſſe, die der Hauptaxe parallel laufen, und die G. Roſe zuerſt im Pallasolivin gefunden hat, ſind bis jetzt in keinem anderen irdiſchen oder meteoritiſchen Olivin gefunden worden. In den Meſoſideriten G. Roſe's, einem körnigen Gemenge von Meteoreiſen, Troilit, Augit und Olivin, kommt letzterer auch in beträchtlicher Größe vor, ſo in Hainholz bis zu einigen Centimetern Länge und Breite. In den Steinmeteoriten fehlt der Olivin nur ſehr ſelten; der Stein von Chaſſigny(3. Oct. 1815) beſteht faſt nur aus Olivin.

Der Olivin iſt nach der allgemeinen Formel n Mg.SiO.+ Fe.SiO4 zuſammengeſetzt. n kann in den irdiſchen und meteoriſchen Olivinen verſchiedene Werthe annehmen. So iſt

n= 2 im Olivin der Meteoriten von Auſun, Alais, Chaſſigny,

11= 3. 3 Linn County, Hainholz,

n= 4 Richmond, Brahin, Atacama, n= 5 Stauropol,

n= 6 Pultusk,

n= 8 2 2 Kleinwenden, Pallas.

Da nun der Stein von Hungen auch zu den Chondriten gehört, ſo läßt ſich im Voraus annehmen, daß er auch Olivin nach einer der angeführten Zuſammenſetzungen enthalte.

Die allgemeine Formel des Broncits iſt m MgSiOs+ n FesiOs, doch tritt außerdem auch Cal⸗ ciumoxyd und Thonerde darin auf. Iſt n= 1, ſo kann m= 3 1I ſein. Das meiſte Eiſenſilikat enthält der merkwürdige Meteorſtein von Ibbenbüren in Weſtfalen, der ganz aus Broncit beſteht. Auch in Hungen muß Broncit enthalten ſein.

Mit Hülfe der mikroſkopiſchen Geſteinsanalyſe läßt ſich die Vermuthung leicht bewahrheiten. Es genügen dafür ganz kleine, ſonſt kaum verwendbare Stückchen..

Wird ein Steinſplitter auf beiden Seiten geſchliffen, bis er dünn und durchſichtig geworden iſt, und dann auf den Objektträger gekittet und mit dem Deckgläschen verſehen, ſo erhält man ein Präparat, das im gewöhnlichen und im polariſirten Licht unter dem Mikroſkop unterſucht werden kann. Verhalten ſich doch die verſchiedenen Mineralien dabei verſchieden und läßt ſich gerade aus dieſem Verhalten auf die Natur der Beſtandtheile ſchließen. G. Roſe ²²), der dieſe Methode zuerſt in ausgedehnterer Weiſe auf die Meteoriten anwandte, kommt dabei zum Schluß, daß die Chondrite theils aus undurchſichtigen Partien(Nickeleiſen, Magnetkies, Chromeiſenſtein und vielleicht einer anderen, nicht bekannten ſchwarzen Subſtanz) und einer riſſigen durchſichtigen Grundmaſſe zuſammengeſetzt ſind, worin ſich Kugeln zweierlei Art eingelagert finden,theils ſolche, die nur runde zerklüftete Kryſtalle und offenbar Olivinkryſtalle ſind, theils ſolche, die aus faſerigen Zuſammenſetzungsſtücken beſtehen, die immer excentriſch faſerig, nie⸗ mals radialfaſerig ſind.

Nach dieſen Theilen haben wir auch beim Stein von Hungen zu ſuchen. Von den undurch⸗ ſichtigen Partien iſt auf einer geſchliffenen Fläche ſofort das maſſenhaft eingeſprengte Nickeleiſen zu erkennen, das in bis 1,5 mm. großen bis ſehr kleinen, vollkommen unregelmäßig begrenzten Partien

*²) Beſchreib. u. Einth. d. Met. Berl. 1864, S. 93.