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Erde auf, und strebt den Bestand des Lebens zu überblicken; sie unterscheidet auch die sich schon äusserlich aufdringenden Stafen, Mineral- Pflanzen- und Thierreich, und stellt nach diesen drei Reichen die Geschöpfe in grosse Gruppen zusam-— men, so dass der tiefere Forscher leichtere Auswahl hat. Aber in das Innere der Erscheinungen und Wesen dringt sie nicht ein, zergliedert nicht ihren Bau und ihre Glieder, weder morpholo- gisch noch chemisch, und forscht nicht über die Bedeutung und den Zusammenhang derselben, und den Dienst, zu dem sie das inwohnende Naturprinzip geformt hat. Sondern, nachdem sie das bunte Leben der Erde beobachtet, gesammelt und im Gro- ssen geordnet hat, lässt sie aus ihren Schätzen jeden Forscher nach seinem besondern Berufe auswählen, damit er seine Gegen- stände morphologisch, oder chemisch, oder biologisch erforsche und bearbeite. Nach geschehener Analyse aber sammelt sie den Stofl aus den verschiedenen Werkslätten wieder, setzt ihn in seine frühere natürliche Verbindung, und beginnt nun ihre wichtigste Aufgabe, nämlich zu beobachten, wie und wo das nunmehr er- kannte Leben in seinen Functionen durch die Wechselwirkung mit dem allgemeinen Leben der Erde und der andern Lebendi- gen modificirt, gehemmt oder gefördert wird. Da aber der Mensch immer der letzte und höchste Gegenstand ihrer Forschun-
gen ist: so sucht sie einerseits alle die Aussendinge und Naturver-


