Aufsatz 
Nachricht von der Lehr- und Bildungsanstalt für Söhne jüdischer Familien / von M. H. Bock
Entstehung
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8.. R b. hebraͤiſche Sprached 2. Wenn meine Schuͤler die Deklinazionen und einfache Konjitgazionen gefaßt, und eine Anzahl Woͤrter mit den lkeichteſten Verbindungsarten kennen gelernt haben, wird Hemn Reberſetzen der Bibel geſchritten, wobei ihnen die Regeln des Syntax, der Konſtrukzjonsordnung u. ſ. w.

erklaͤrt, und dieſe mit Uebungen in Anwendung derſelben Lerbunden werden, wodurch meſne Schuͤler in kurzer

Zeit ſo viel Sprachkenntniſſe erlangen, daß ſie mit Huͤlfe eines Wärterbuches die Bibel(aor verſtehen lernen.

c. franzoͤſiſche Sprache. Fuͤr den Unterricht in dieſer Sprache iſt taͤglich eine Stunde beſtimmt. Den grammatiſchen Unterricht ſo wie

die Uebungen im neberſetzen beſoege ich ſelbſe; die Ue⸗

bungen im Leſen und Sprechen der zu dieſem Behufe angeſtellte Lehrer Herr Sandoz. Das Auswendiglernen

Peſte ht im Memoriren ganzer zuſammenhaͤngender Saͤtze,

nicht einzelner Woͤrter. Da die Erlernung dieſer Sprache in mehrerer Hinſicht nicht bloß nuͤtzlich ſondern unum⸗ ginglich nothwendig jſt, ſo wird auch auf dieſelbe vor⸗ zuͤglicher Fleiß gewendet, ſo daß meine Schuͤler ſo wohl im Verſertigen franzoͤſiſcher Aufſaͤtze Briefe u. dergl. als im Sprechen die noͤthige Ferti eit erlaugen.

d. taͤteiniſche Sprache.

In dieſer werden die Zoͤglinge von Herru Schlim⸗ bachz einem ſehr erfahrnen Schulmanne, ſo weit gebracht daß ſie in die vierte Klaſſe eines Gymnaſtum aufgenom⸗

men werden koͤnnen.*.

* 5. Religion. Moral. Obgleich dem Kinde weder Dogmatik noch dergl. vorgetragen werden kann, noch wird, ſo muß doch der Verſtand deſſelben zu den künftigen inſichten in die Grundlehren und Wahrheiten der Religion unſerer Vaͤter ſorgfaͤltig vorbereitet werden. Dabei nehme ich vor der Hand faſt einzig und allein Nuͤckſicht auf die wichtigſten,