Aufsatz 
General Dietrich von Miltitz, sein Leben und sein Wohnsitz : Nebst vier noch ungedruckten Briefen an ihn von Novalis und einem Facsimile von dessen Handschrift / von Adolf Peters
Entstehung
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35 gegen die Beſchuldigung des Atheismus, die einer ſeiner Aufſätze:Ueber den Grund unſers Glaubens an eine göttliche Weltregierung im philoſophiſchen Journal, herausgegeb. v. Fichte und Niethammer(Bd. 8 Hft. 1, 1798), hervorgerufen hatte..

Zum dritten und vierten Briefe. 1.

Der Anton des zten Briefs iſt höchſt wahrſcheinlich einer der jüngern Brüder des Dichters, wohl der nächſte nach Carl: Anton v. Hardenberg. Seine Charakteriſtik durch den Bruder iſt eins von jenen Porträts, von denen man zu ſagen pflegt, man ſehe dem Abbilde die Aehnlich⸗ keit ſchon an, ohne das Urbild zu kennen. Anton ſcheint damals in Dresden oder in deſſen Nähe gelebt zu haben. Sowohl einige Aeußerungen des Briefes als der Umſtand, daß er den Dichter zuſammen mit ſeinem Bruder Carl im Sommer 1800 in Dresden pflegte, ſprechen dafür. Den gewichtigen Rath, den ihm der weiſere Bruder giebt, ſpricht dieſer auch in ſeinenFragmenten aus:Nichts bewahrt ſo ſicher vor Unſinn, als Thätigkeit, techniſche Wirkſamkeit.(Schriften Bd. 3 S. 229.) Anton ſcheint indeß erſt ſehr allmählich zu innerer Abklärung und geſetztem Wandel gelangt zu ſein; denn am Schluß jenes Trauerbriefes v. 26ſten März 1801 ſchreibt ſein Bruder Carl wegen dervon dem guten Jungen gemachten nicht unbeträchtlichen Schulden, um die der Vater nicht wußte und jetzt nicht wiſſen durfte, an Dietrich v. Miltitz, der ſich erboten hatte, ſie vorläufig zu bezahlen. Als im Frühjahr 1814 der 76 Jahre alte Vater(dem die Mutter 1818 folgte) und um dieſe Zeit auch ſeine noch übrigen Söhne ſtarben, blieb Anton der einzige Ueber⸗ lebende. Es ſind dies Nachrichten vom 19ten Febr. 1826, die ſein früherer Geſchäftsführer oder Verwalter in Oberwiederſtedt, Namens Wünſchmann, dem General Miltitz auf deſſen Erkundi⸗ gungen nach den Geſchicken der Hardenberg'ſchen Familie ertheilt. Nach dieſem Briefe war Anton Landrath und Kammerherr und beſaß das Familiengut Oberwiederſtedt, den Geburtsort des Dich⸗ ters, bis 1825, wo er ſtarb. Er hinterließ 5 Töchter, deren älteſte damals 15 Jahre alt war, und einen kurz vor ſeinem Tode geborenen Sohn, während Carl v. H., der Amtshauptmann ge⸗ worden war, eine Tochter Sophie, 1826 etwa 20 Jahre alt, und einen Sohn Johannes Fried⸗ rich, 2 Jahre jünger als die Schweſter, hatte.

2.

Der im 3ten Briefe in Bezug auf Anton erwähnte Brachmann war ein ausgezeichneter Rechtsgelehrter in Dresden, Dietrich v. Miltitz Anwalt und Freund, ein Mann von ächtem deutſchen Schrot und Korn, der ſich zuweilen in Siebeneichen aufhielt. Es leben noch Nachkommen von ihm in Dresden und er hat viel mit Dietr. v. M., vielleicht auch mit Novalis gebriefwechſelt.

3.

Der Ritter des 3ten und 4ten Briefes, Johann Wilhelm Ritter(der berühmte Geograph dieſes Namens hieß Karl), war ein genialer junger Phyſiker von phantaſievollem, doch auch tief wiſſenſchaftlichem Geiſte, der ſich dadurch bezeugt, daß er alles Einzelne in der Natur ernſtlich auf das Weltganze bezieht und Beides im lebendigſten Zuſammenhange zu erſchauen ſucht, jede Erſcheinung auf die ihr zu Grunde liegende Kraft, jede Einzelkraft auf eine höhere allgemeinere zurückzuführen ſtrebt. Dabei war er ein ausgezeichneter kühner Experimen⸗ tator und beſchäftigte ſich vorzugsweiſe und erfolgreich mit dem Galvanismus, beſonders mit deſſen phyſiologiſchen Wirkungen, wobei er ſeiner Geſundheit oft wenig ſchonte.

J. W. Ritter wurde zu Samiz(bei Hagenau in Schleſien), wo ſein Vater Pfarrer war,

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