Aufsatz 
General Dietrich von Miltitz, sein Leben und sein Wohnsitz : Nebst vier noch ungedruckten Briefen an ihn von Novalis und einem Facsimile von dessen Handschrift / von Adolf Peters
Entstehung
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nung ihres Beſitzes gewährte ihm die Hoffnung des häuslichen Glücks, das ſeine Aeltern genoſſen. In noch höherm Tone Tieck(Novalis Schriften, 3te u. folg. Aufl., Bd. 1 S. XI):Der erſte Anblick dieſer ſchönen und wunderbar lieblichen Geſtalt entſchied für ſein ganzes Leben, ja man kann ſagen, daß die Empfindung, welche ihn durchdrang und beſeelte, der Inhalt ſeines ganzen Lebens ward. Alle diejenigen, welche dieſe wunderbare Geliebte unſers Freundes gekannt haben, kommen darin überein, daß es keine Beſchreibung ausdrücken könne, in welcher Grazie und himmliſchen Anmuth ſich dieſes überirdiſche Weſen bewegt, und welche Schönheit ſie umglänzt, welche Rührung und Majeſtät ſie umkleidet habe. Novalis ward zum Dichter, ſo oft er nur von ihr ſprach. Man kann hinzuſetzen: Novalis' ganze Poeſie iſt von ihr wie von einem göttlichen Hauche durchdrungen. An ſie ſind die beiden unvergeßlich ſchönen Sonette vor dem Romane Heinrich von Ofterdingen gerichtet, womit er ihr das Werk zueignet. Im Mährchen am Schluſſe deſſelben iſt ſie die himmliſche Weisheit, der Tiefſinn, und erſcheint als Arctur's, des Geiſtes der Poeſie, Gemahlin. 2.

Erasmus v. Hardenberg der jüngere war Novalis' jüngerer Bruder, ihm im Alter zu⸗ nächſt ſtehend. Eine gemeinſchaftlich durchlebte Jugend und Univerſitätszeit in Leipzig verband ſie um deſto inniger. Er war im Frühjahr 1796 erkrankt, mußte deshalb die Studien aufgeben und ſich dem Forſt⸗ und Jagdweſen widmen. Sein Tod erfolgte ſchon den 14ten April 1797.

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Carl v. Hardenberg, der auf Erasmus folgende jüngere Bruder des Dichters war Soldat und, wie der Brief zeigt, bald nach Sophiens Tode nach Lucklum gereiſ't, einem Dorfe bei Braunſchweig mit einem Schloſſe, Park und Schäferei, wo ſein Oheim, der Landeomthur v. Hardenberg, wohnte, bei dem auch Novalis in der Jünglingszeit ein glückliches, ſeiner Ausbildung förderliches Jahr verlebt hatte.

4.

Novalis' eigne gefahrvolle Kränklichkeit, auf die er an zwei Stellen dieſes erſten Briefes deutlich hinweiſt, ſollte nur zu bald zum Tode führen. Unter den Briefen von Carl v. Har⸗ denberg an Dietrich v. Miltitz, die mir urſchriftlich vorliegen, enthalten zwei derſelben Nachrichten über des Dichters Krankheit und Ende, die ich nicht verſäume hier mitzutheilen. Carl v. H. ſchreibt aus Weißenfels den 19. Febr. 1801:Mit uns geht es leider nicht zum Beſten, grade ſo wie ich mir es lange erwartet und alle Aerzte es vorausgeſagt hatten: die üblen Anzeichen vermehren ſich und die Kräfte ſinken. Doch er glaubt ſich jetzt beſſer und Gott gebe, daß ſich ſeine Leiden nur nicht vermehren; denn dieſe ſind doch noch erträglich, beſonders da der Schlaf wenigſtens nach Mitternacht leidlich iſt. Daß unſre Hoffnungen ſehr ſchwach ſind, kannſt Du denken, beſonders ſeitdem die Füße anfangen zu ſchwellen. Darauf ſchreibt Derſelbe ebendaher d. 26ſten März 1801:Du haſt immer ſo herzlichen Antheil an uns genommen, mein guter Miltitz, daß Du gewiß uns auch jetzt Deine Thränen nicht verſagen wirſt, da unſer guter F.(riedrich) nicht mehr iſt. Geſtern Mittag ½ 1 Uhr entſchlief er ſo ſanft und ruhig als möglich. Er litt bis zuletzt wenig oder nichts, wurde beſonders die letzten 3 Wochen ſehr heiter, ahndete aber nichts von ſeinem Tode noch geſtern Morgen, ſchlummerte um 10 Uhr ein und erwachte nicht wieder.

Zur Nachſchrift des zweiten Briefes. Fichte vertheidigt ſich in der 1799 erſchienenenApellation an das Publicum