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diesmal für eine gute Sache. Deine Antwort macht mich hoffentlich ſehr glücklich, und erhält den Wiſſenſchaften und ſeinen Freunden den herrlichſten Menſchen. Lebe wohl. Dein treuer
Freund und Vetter Hardenberg.
Vierter Brief. Weißenfels: den 12ten Febr. 1800.
Du erhältſt hier Deine Beinkleider zurück, die, ohne mein Vorwiſſen, durch ein Mißverſtändniß liegen geblieben waren. Verzeihe ja dieſe Nachläſſigkeit und habe tauſend Dank für die überſchickten 60 rthl. Die Obligation werd' ich Dir bald auch überſchicken. Du haſt mir eine außerordentliche Freude damit gemacht. Nie ſind mir 60 rthl. ſo lieb geweſen— ich ſchäme mich vor Ritter'n, denn wie oft hab' ich 60 rthl. verwandt, ohne ſie ſo angelegt zu haben, wie Ritter. Ich weiß, daß er auf ſeine Lebenszeit vielleicht dadurch glücklich wird, daß er der edelſte und hoffnungsvollſte Menſch iſt und daß Du Dich gewiß einmal herzlich über dieſe Freigebigkeit freuen und finden wirſt, ſie nie beſſer placirt zu haben. Kannſt Du ihm, ohne Unbequemlichkeit, den Reſt auch noch geben, ſo werd' ich doppelt glücklich ſein. Wenn ich nicht ſo feſt von der Verdienſtlichkeit und Wohlthätigkeit der Gewährung dieſer Bitte, ſo feſt und innig, überzeugt geweſen wäre, ſo kannſt Du mir zutrauen, daß ich nicht das Heer der Supplicanten um Dich vermehrt haben würde; aber ſo glaubt' ich alle Bedenklichkeiten überwinden zu müſſen.— Gern hätt' ich es auf mich genommen, wenn bis jetzt dies auf irgend eine Weiſe möglich wäre.
Habe Du nochmals den wärmſten Dank, in meinem und Ritter's Namen. Die Idee zu Dir zu gehn hab' ich mit gutem Bedacht nicht bei Ritter'n rege gemacht, weil ich Dir damit eine ſchwierigere Laſt aufgebürdet hätte, und Du den armen Abbé noch haſt, den ich doch aus einer ſehr ſorgenfreien Lage zu verdrängen Bedenken trug. Er kann im Grunde Dir auch nützlicher ſein, als der philoſophiſche, dunkle Ritter, da Du die Phyſik nicht wie ein Gelehrter von Profeſſion treiben willſt. Lebe wohl, theuerſter Freund. Mit bleibender Herzlichkeit.
Dein Freund und Vetter Hardenberg.
Arläuterungen zu Novalis Briefen.
Zum erſten Briefe. 1.
Sofie, deren Verluſt Novalis dem Freunde mittheilt, war die hochgefeierte Braut des Dichters, Sophie von Kühn. Seine Biographen Juſt und Tieck wetteifern mit ihm ſelbſt in ihrer Verherrlichung. Kreisamtmann Juſt, Novalis Führer in praktiſchen Geſchäften, ſchreibt (Novalis Schriften 3ter Th., herausgeg. v. Tieck und E. v. Bülow S. 14):„Auf einer Geſchäfts⸗ reiſe, die er mit mir machte, lernte er(auf einem Landgute bei Arnſtadt) ein 13jähriges Mädchen, Sophie v. Kühn, kennen, ein Mädchen, das damals ſchon Charakter gleich einem Erwachſenen be⸗ ſaß, das mit dem Reiz und der Anmuth einer ſchönen Jugend Geiſt und Würde vereinigte, wie ſie Wenigen zu Theil wird. Dieſes liebenswürdige Geſchöpf ward ſeine Madonna, und die Hoff⸗
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