Aufsatz 
General Dietrich von Miltitz, sein Leben und sein Wohnsitz : Nebst vier noch ungedruckten Briefen an ihn von Novalis und einem Facsimile von dessen Handschrift / von Adolf Peters
Entstehung
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achſchrift.) 1 Fichte's Apellation an's Publicum bitt' ich Dich aufmerkſam zu leſen. Es iſt ein vortreffliches Schriftchen und macht Dich mit einem ſo ſonderbaren Geiſte und Plane unſrer Regierun⸗ gen und Pfaffen bekannt, mit einem zum Theil in der Ausführung begriffenen Unterdrückungs⸗ plane der öffentlichen Meinung daß es die Achtſamkeit jedes vernünftigen Menſchen erfodert, dieſe Schritte zu verfolgen und einen bedeutenden Schluß aus dieſen Prämiſſen zu ziehn. (Auf dem Umſchlage:) An den Ritter des Johanniterordens Dietrich von Miltitz, abzugeben auf dem Damnitziſchen Garten vor dem ſchwarzen Thore in Dresden. Fr.

Drilter Brief. Weißenfels: d. 31ſten Jänner(ohne Jahreszahl, wahrſcheinlich 1800).

Recht glücklich bin ich hierher zurückgekommen und danke Dir herzlich für Deine gütige Beförderung meiner Rückreiſe. Die Reithoſen folgen anbei zurück. Alles war ſo ziemlich wohl und munter. Anton's Begleitung war mir lieb, weil ich Gelegenheit fand, manches Wort zur rechten Zeit anzubringen. Er ſcheint mir krank zu ſein. Sein Gemüth iſt auf eine krampf⸗ hafte Weiſe in Bewegung. Er iſt mit allem unzufrieden und durchaus unthätig dabei voll Einbildung, Empfindlichkeit und Prätenſion. Ich vermuthe, daß ſeine neuliche Krankheit Folge und Urſache einer krankhaften Richtung und Stimmung ſeiner Gemüthskräfte und ſeiner Lebens⸗ kräfte zugleich iſt. Das Frühjahr, die Motion, und eine angeſtrengte Beſchäftigung wird ihn kuriren⸗ Zu der letztern hab' ich ihn vorzüglich mit Eifer ermahnt. Ich bitte Dich, mir zuweilen von ihm Nachrichten zu geben. Es wird Dir nicht fehlen können, leicht Erkundigungen von ihm einzuziehn; auch ſcheinſt Du, außer Brachmann, der einzige Sterbliche, deſſen Gegenwart ihn tröſtet und zu dem er Zutraun zu haben ſcheint.

Eine andre Angelegenheit, deren Wichtigkeit mir Muth macht, dich damit bekannt zu machen, und von Dir Hülfe zu erwarten, enthält beifolgender Brief. Ich füge zu dem herzlichen Inhalte deſſelben nur folgende Bemerkungen hinzu. Der Bittende iſt von Geiſt und Herz der herrlichſte Menſch von der Welt. Der ganze Vortrag ſeines Wunſches wird Dich rühren und Zutraun zu ihm einflößen. Du kannſt mit dieſer kleinen Summe, die ich im Nothfall Dir gewähren will, einen der edelſten Menſchen, einen Menſchen, deſſen Studien unendliche Ausbeute verſprechen, auf ſeine Lebenszeit glücklich machen. Du ſiehſt alles aus dem Briefe und ich überlaſſe es ganz Deiner Empfindung. Warum ich nichts thun kann, das ſiehſt Du wohl ſelbſt in meiner jetzigen Lage; aber ſo viel iſt gewiß, daß ich nie mehr gewünſcht habe, reicher zu ſein, mich nie mehr gefreut habe, wohldenkende und wohlhabende Freunde zu beſitzen, als jetzt bei dieſer Gelegenheit, da ich ſo ganz von der Wohlthätigkeit der Erfüllung dieſes Wunſches durchdrungen bin. Für meine Brüder würd ich nicht mit derſelben Innigkeit bitten, weil ich nicht mit der Zuverſicht einer wahrhaft guten Anwendung bitten könnte. Ein Menſch aber, der 3 Jahre mit 200 rthl. auskommt, ſich Maſchinen und Bücher anſchafft und die wichtigſten Entdeckungen macht, dabei den kindlichſten, unverdorbenſten Charakter hat, der verdient gewiß jede Vorbitte, jede Aufmerkſamkeit und Unterſtützung.

Ich will mich gern von Dir diesmal für zudringlich halten laſſen ich weiß, ich bitte