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Des Geſchiedenen eigener Beſtimmung gemäß ruht ſein Leib auf dem Friedhofe der kleinen St. Martinskirche, die den Gipfel unmittelbar über Meißen alterthümlich ſchmückt. Der Blick in's prächtige Elbthal erweitert hier die Seele und die Größe der Natur ſtimmt ein in die erhebenden Empfindungen, die das Andenken an einen ſolchen Mann hervorruft.
Wo ein edler Menſch von dieſem Gehalte wohnte und wandelte, fühlt man ſich von guten Geiſtern umgeben. So in Siebeneichen, dem Schloſſe der Ahnen Dietrich's von Miltitz, das Ernſt v. M. 1545 erbaute, der uns rühmlichſt bekannte Ernſt Haubold 1745 durch einen faſt gleich großen Anbau, das ſogen. neue Schloß, erweiterte und Dietrich ſelbſt mit edlem Geſchmack ausſtattete. Der Eingang führt durch einen ſchönen Lindengang von der Bergſeite her, während die Fenſter der Längenfronte eine herrliche Ausſicht nach der Elbe gewähren. Tritt man durch das Portal, gelangt zu den mit bildlichen Erinnerungen und ſchöner Scheinert'ſcher Glasmalerei geſchmückten Vorſaal im erſten Stock und durchſchreitet die ähnlich ausgeſtatteten Corridore und Gemächer, ſo empfängt man einen bedeutenden, hiſtoriſch⸗geiſtigen Eindruck. Dieſe Wirkung ſteigert ſich, wenn man im zweiten Stock durch den Vorſaal, der vom jetzigen Beſitzer zu einer kleinen alter⸗ thümlichen Rüſtkammer geſtaltet iſt, in die Wohnzimmer desſelben und von da in die elegante Bibliothek und reichen Kunſtſammlungen tritt. Die letzteren, wie die erſtere des Generals Werk, beſtehen aus drei Räumen und enthalten außer vielen Paſtellbildern werthvolle Oelgemälde, unter denen ſich mehrere ſehr ſchöne aus der älteſten deutſchen Schule, einige Kranach'ſche Bilder und eine zauberiſche van der Neer'ſche Landſchaft auszeichnen. Der engſte von dieſen Räumen iſt der intereſſanteſte: ein Gemach des einen Thurmes, das durch gemalte Scheiben und ſonſtige geſchmackvolle Ausſchmückung in einen kleinen Kunſttempel umgewandelt iſt.
Verſetzen wir uns nun in das Thal. Die Elbe von Meißen ſtromaufwärts fahrend ſieht man das linke Flußufer von einem Höhenzuge bekränzt, der ſogleich hinter Meißen aufſpringt (wo er das St. Martinskirchlein trägt) und ein halbes Stündchen oberhalb an bewaldeten Ab⸗ hängen das alte Siebeneichener Schloß mit ſeinen niedrigen viereckigen Thürmen der Länge nach zeigt. Gleich daran ſtromabwärts ſchließt ſich das neue Schloß und aufwärts der ſchöne ſchattige Park, der faſt bis zur Elbe hinabreicht und das Auge des Wanderers und Schiffers durch das friſche Grün mattenartiger Wieſen erquickt, die von dunkler Waldung des Abhangs umfaßt werden. Die8ſer ſchöne, kühle Park, vom Anfang an menſchenfreundlich Allen geöffnet, in ſeiner jetzigen Geſtalt des Generals Werk, iſt häufig das Ziel der Spaziergänger, die gewöhnlich von Meißen aus den Ploſſen erſteigen, um im Hingange durch den ehemaligen v. Wolfersdorf'ſchen kleinen Park von der Landſtraße und dem Höhenrande aus die Ausſicht in's Elbthal zu genießen und durch Eichengruppen in der Ferne die Thürme Dresden's aufſteigen zu ſehen. Idylliiſch dagegen iſt der Eindruck des Parks, wenn man unmittelbar am Elbufer ſtromaufwärts an der ſogen. Romburg vorüber durch Neudörfchen geht.
Als ich im Frühlinge 1861, die Fürſtenſchüler führend, dieſen Weg einſchlug und wir in den Park kamen, ergriff mich von Neuem deſſen Schönheit, ſo oft es auch ſchon geſchehen war. Vor dem maleriſchen Jägerhauſe, das am Fuße der Parkanhöhe liegt und nur noch durch eine Wieſe von der Elbe getrennt iſt, biegt man rechts ab und ſieht ſich in den Hallen eines gewaltigen Tulpenbaumes, der ſeine Aeſte weithin nach allen Seiten wölbt. Gleich dahinter ladet ein ſtar⸗


