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Haubitzen, die erſt auf dem Zuge dazu ſtieß. Es waren zuſammen etwa 3000 Mann, die ihrer Begeiſterung und moraliſchen Tüchtigkeit wegen zur Garde des Kaiſers Alexander erhoben wurden, als ſie durch Thüringen an den Rhein zogen(den ſie bei Oppenheim überſchritten) und Anfangs Febr. 1814 mit den übrigen Theilen des 5. Armeecorps die Feſtung Mainz einſchloſſen, die noch von den Franzoſen beſetzt war. Am 4. Mai erfolgte die Uebergabe an den Herzog Ernſt v. Coburg, Commandanten des 5. Armeecorps. Die Feinde(15000 Mann) durften mit den Waffen abziehn, wollten aber beim Abzuge noch vom Depot mitnehmen, worüber bei der Entdeckung Lärm entſtand. Nachdem ihnen das Unbefugte wieder abgenommen war, zog der Banner an der Spitze der Armee mit klingendem Spiel in Mainz ein. Hinterher hatten ſich noch einige hundert Mann Marodeurs auf den unliegenden Ortſchaften zerſtreut, die verfolgt wurden. Aber der unruhigen Kampfluſt der Freiwilligen war nun ſchon die Grenze geſteckt. Sie wurden in Lauben⸗ heim, Nierenſtein und andern Dörfern um Mainz einquartiert, erquickten ſich zwar ſehr am 1811ter Wein, mußten aber im Juni wieder nach der Heimath abmarſchiren, ohne, wie ſie ſo heiß erſehnten, in Frankreich eingedrungen zu ſein, und rückten im Auguſt 1814 in Dresden ein. Miltitz wurde bei ſeiner Rückkehr nach Meißen mit feſtlichem Jubel empfangen.
Er trat nun abermals als Gouvernementsrath zu Dresden in Thätigkeit und reiſte zweimal, am 3. October und 18. November 1814, wohl als Beauftragter, jedesmal auf vier Wochen nach Wien, um durch Denkſchriften und Vorſtellungen bei den einflußreichſten Perſonen, namentlich bei Staatskanzler Hardenberg, die drohende Zerſtückelung Sachſen's abzuwenden. Nach der erſten Abweſenheit ſtattete er ſeinen Bericht ab und unternahm zu dem bezeichneten Zwecke im Januar 1815 eine dritte Reiſe, diesmal nach Berlin. Aber alle ſeine eifrigen Be⸗ mühungen waren vergeblich: im Februar 1815 ſprach der Wiener Congreß die Theilung Sachſen's aus. Sofort kam er bei der vorgeſetzten Behörde um ſeinen Abſchied ein und bat in einem Geſuche an den König von Preußen um Anſtellung in ſeinem Heer(10. Februar 1815), worauf ihn am 18. Februar eine Königliche Cabinetsordre zum Obriſten der Infanterie ernannte. Nach zwei verſchiedenen Stellungen(der letzten unter Bülow v. Dennewitz) im Auguſt 1815 dem General⸗Lieutenant von Thielemann ‚zu beſonderen Aufträgen“ beigegeben, folgte er dieſem auf ſeinen Zügen in Frankreich bis Paris, wo er Mitglied der gemiſchten Militair⸗Commiſſion war, welche die ſchwierige Aufgabe hatte, vorkommende Streitigkeiten zwiſchen Deutſchen und Franzoſen beizulegen. Seine Geſchäftstüchtigkeit und Menſchlichkeit bewährten ſich auch bei dieſem Aufenthalte in Frankreich; ſo z. B. rettete er durch ſeine Fürſprache einem Franzoſen das Leben, der ſich vergangen hatte und den Thielemann, dem Miltitz ſehr nützlich war, erſchießen laſſen wollte.
Aus Frankreich zurückgekehrt, ging der thätige Mann, nach kurzem Aufenthalte bei den Seinigen in Siebeneichen, im Januar 1816 als Diviſionscommandant nach Liegnitz und rückte ſchon 1817 zum General⸗Major auf. Die 3., 5. und 9. Landwehrbrigade kam ſo allmählich unter ſein ſtrebſames, für die Organiſation dieſer Truppen wichtiges Commando, und bei allem Wechſel der Perſonen begleitete ihn von Ort zu Ort die Liebe und Verehrung Aller.
Endlich, im April 1830, in ſeinem 62. Lebensjahre, ſchied Dietrich v. Miltitz als General⸗ Lieutenant aus dem activen Dienſt, und wie ſeine militairiſche Laufbahn durch thatkräftige Vater⸗ landsliebe und reinſte Menſchlichkeit bezeichnet war, ſo war ſie es auch durch die Anerkennung der bedeutendſten Perſönlichkeiten ſeiner Zeit. Die Führer der ruſſiſchen, öſtreichiſchen und preußiſchen Heere, mit denen er in Berührung kam, darunter Thielemann, York von Wartenburg


