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gegeben. Nur das Syſtem der Collaboratoren iſt im Jahre 1828 wieder gefallen und ihre Stelle durch 2 neue Profeſſoren, die nicht beſtändig auf der Schule wohnen, erſetzt. Jene unglücklichen jungen Männer hatten bei geringerem Anſehn zu vielfach mit dem Muthwillen der Schüler zu kämpfen. Sie waren in einer verzweifelten Lage, und wurden ſie gleich, wenn ſie 6 Jahre c) ausgehalten hatten, vorzugsweiſe zu Schul⸗ und Pfarrſtellen befördert, ſo fanden ſich doch kaum Bewerber um dieſes mühevolle und ärgerliche Amt.
Die Berichte des Lehrer⸗Collegiums und der einzelnen Lehrer an Dietrich v. Miltitz ſo wie ſeine Berichte an die Behörde zeigen, wie er die Seele der ganzen Reform war und ihm vor Allen der glückliche Erfolg, zuerſt die Beſchaffung und Bewilligung der äußern Mittel für den Bau, dann die Vermehrung des Lehrerperſonals zu danken iſt. Aber auch auf die geiſtige Seite ſuchte er mit gleichem Eifer vortheilhaft einzuwirken. Schon nach den erſten Einleitungen ſagt das Lehrer⸗Collegium in ſeiner Haupteingabe an die Inſpection:„Ew. Hochwohlgeboren haben die Ihnen neulich von uns auf höchſten Befehl überreichten Vorſchläge zur Verbeſſerung und Vervollkommnung der hieſigen Landesſchule, beſonders von der Seite, wo ſie die Disciplin im weiteſten Sinne des Wortes betroffen, einer ſo umfaſſenden und genau prüfenden Aufmerkſamkeit gewürdigt, haben ſelbſt ſo beherzigenswerthe Vorſchläge zu Erzeugung und Erhaltung wahrer Religioſität und Sittlichkeit hinzugefügt, daß uns in dieſer Hinſicht nichts zu wünſchen übrig bleibt u. ſ. f. Auch unſre Nachkommen werden die Früchte davon gewiß mit eben ſo dankbarer Anerkennung der wohlthätigen Hand, die ſie pflanzte, einernten und genießen.“ Und ſo wie hier die damaligen Lehrer, ſo theilte auch kürzlich noch Hr. Prof. Dr. Oertel in einer latein. Rede, welche derſelbe bei dem Schulfeſte 1854, alſo 8 Monate nach dem Tode des Generals von Miltitz, in Stellvertretung des abweſenden Rectors hielt, von den oben genannten drei Männern Dietrich v. Miltitz die Krone für das Werk zu.
Aber auch die damaligen tüchtigen Lehrer, nicht minder der königliche Kirchenrath, beſonders der berühmte Reinhard, erwarben ſich bleibende Verdienſte um dieſe wichtige Ver⸗ beſſerung. Die vorurtheilsfreie Einſicht, die thätige Fürſorge und unermüdliche Arbeit des Kirchen⸗ rathes für den doctrinellen und disciplinellen ſo wie des königl. Finanzcollegiums für den ökono⸗ miſchen und techniſchen Theil iſt nicht genug zu rühmen.
Miltitz bewahrte der Schule, als ihn ſpäter vaterländiſche Geſchäfte abzutreten zwangen, ſtets ſeine Theilnahme, ſelbſt eine thätige, wo er ſie üben konnte. Zuletzt(1836) ſuchte er noch als Landtagsabgeordneter für dieſe ihm lieb gewordene Anſtalt zu wirken.
Doch länger ſchon belaſteten ſeine Bruſt ſchwerere Sorgen. Die Knechtſchaft, in der das große deutſche Vaterland unter franzöſiſchem Joche ſeufzte und dabei die Verſunkenheit des kleinen ſächſiſchen Vaterlandes bewegten ihn auf das Schmerzlichſte und nahmen einen großen Theil ſeiner Thätigkeit in Anſpruch. Der wärmſte Vaterlandsfreund geſellte er ſich den patriotiſchen Deutſchen zu, die Anfangs zwar nur im Geheimen arbeiteten, ſich aber ſpäter offen durch Rath und That, zuletzt durch Opfer aller Art, ja durch Hingebung von Blut und Leben um die Befreiung des Vaterlandes Verdienſte erwarben und in unvergänglichem Glanze vor ihrer Nation daſtehn. Männer wie Pfuel, Kleiſt, Carlowitz, Thielemann, Fichte, Kielmannsegg, Körner, Vater und Sohn, Delamotte⸗Fouqué, Gr. Geßler u. a. waren ſeine Freunde und fanden im ſchönen Schloſſe zu Siebeneichen ein Aſyl für ihre ſtille politiſche Thätigkeit gegen


