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mich Seinem Willen zu unterwerfen, ich habe mich und Dich Ihm übergeben, Er mach's wie Er will mit uns, Sein Willen ſoll der meinige ſein und mein Segen begleite Dich auf allen Deinen Wegen! Ein ſtille Thräne und ein inbrünſtig Gebet für Dein wahres Wohl nimmt Er an und wird Sein Amen dazu ſagen.“.
„Dies iſt alles, was ich auf Deinen wunderlichen Brief ſagen kann. Um Eines bitte ich Dich, übereile Dich nicht und denke, daß alle Deine Projecte, die Du ſelbſt und allein aus⸗ geführt, Dich allemal gereut haben. Der kluge Mann ſollte von ſeinen Erfahrungen klüger werden.“
„Ich überſchicke Dir ein Buch, was mir zur Reiſe nach Italien ſehr gut ſcheint und gehſt Du noch hin ꝛc.— Sollteſt Du Luſt haben, bei den Oeſtr. eine Campagne mit zu machen? Das würde mich nicht wundern; ob zwar der Anſtand etwas leiden würde, ſo ließ' ich's doch gelten. Sollteſt Du Dich in eine Schweizerin vergafft haben, auch dies wäre nicht unnatürlich, und wenn Du glücklich wärſt, würde ich mich auch darin finden. Nur eine einzige Sache würde mich deraciniren: wenn Du Dich zur Partei der Franzoſen ſchlügſt.“
Die Briefſtellerin theilt noch mit, daß man Schwierigkeiten wegen Erfüllung ſeines Wunſches mache, ihm den Abſchied vom ſächſiſchen Militairdienſt zu geben, meldet jedoch unterm 260ſten Juni, ihm ſei auf ihre Bitte der Abſchied bewilligt und ſie denke, der Churfürſt werde ihn unterſchreiben.„Aber, mein Kind,“ fügt ſie bei,„nun höre auch einmal auf mich und laß meinen und aller Deiner wahren Freunde Rath in Dein Herz dringen. Ich weiß nicht woher, ob durch Dich oder aus Mißgunſt Anderer die Sage entſtanden, Du würdeſt in franzöſiſche Dienſte gehen. Ich werde von allen Seiten darüber angegangen, aber ich bleibe feſt dabei, Du ſeieſt krank und Willens, den Winter in Italien zuzubringen. Um Gotteswillen, reiß mich aus der Verlegenheit, in der ich ſchwebe, denn ſo ſehr ich Deinem guten Kopf traue, ſo mengt ſich doch manchmal ein Argwohn zwiſchen ein.——— Laß ſie machen, was ſie wollen, ein einziger Kopf kann hier nichts thun. Du kannſt keiner Katze was helfen, risquirſt Deine Ehre und Dein Vermögen und bringſt mich in's Grab. Denn ſei verſichert, ich würde Deinen Tod überleben, aber nicht den Verluſt Deiner Reputation. Ich verlange nichts von Dir, mein Sorgen, meine Mühe— alles war meine Schuldigkeit und ich that's gern. Aber nur dies Einzige bitte ich Dich, laß mich nicht erleben, daß ich mich Deiner ſchämen muß. Ich will nicht mit Dir ſtreiten, wer recht hat, aber nur bleib' neutral!“
Aber noch ehe der Sohn dieſen erſchütternden Brief der Mutter empfing, war ſein Entſchluß gefaßt. Er ſchreibt aus Lauſanne d. 26. Juni 1792:
„Gnädige Frau Mutter“,
„Geſtern erhielt ich Ihren Brief vom 5. dieſes.“(Die Briefe waren alſo 20 Tage unter⸗ wegs.)„Da nun mein Abſchied wirklich unterſchrieben iſt“,(der Briefſteller mußte ihn wohl unmittelbar erhalten haben),„will ich Sie auch nicht länger in Ungewißheit über mein Vorhaben laſſen; es wird mir aber ſchwer, es Ihnen zu entdecken, um ſo mehr, da es das einzige iſt, welches Sie nicht billigen können. Es hat mir nämlich der franzöſiſche Kriegsminiſter, deſſen eigenhän⸗ digen Brief ich in Händen habe, eine Stelle unter den Linientruppen(nicht Nationalgarden) ver⸗ ſprochen. Ich habe ſie noch nicht angenommen, ich werde aber in einigen Tagen nach Paris reiſen und ſehen, wie es dort zugeht und welches das Corps ſein wird, unter dem ich dienen ſoll. —— Ich will noch eine Zeit lang dienen, es iſt mir unmöglich nach meiner Ueberzeugung,


