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immer will, weil man weiß, daß ich keine unnütze Ausgaben mache und daß ich genau im Bezahlen, gemäß der getroffenen Uebereinkunft, bin, ſei es von Capital oder von Zinſen.
Entſchuldige, mein lieber Dietrich, meine Epiſtel; ſie iſt lang, aber man kann ſagen: Avis au lecteur.
Der durch Rath und That Erlöſ'te bezog bald darauf, Michaelis 1786, in Begleitung eines Hofemeiſters die Univerſität, zuerſt Wittenberg. Er ſollte die Rechte ſtudiren, vermuthlich, wie Uhland,„gegen ſeines Herzens Drang“; denn nach Erledigung ſeiner Studien ſchreibt er der Mutter aus Lauſanne d. 15. März 1792:„Ich bedaure es ſehr, daß ich ſtatt des unnützen Rechts nicht lieber mehr Statiſtik, Politik und Naturgeſchichte gelernt habe, ohne welche Kennt⸗ niſſe man eigentlich als ein Blinder reiſ't.“ Die Mutter mochte ſeine Abneigung gegen die, wohl von den Vormündern vorgeſchriebenen, Studien gleich bemerkt haben. Sie ſchreibt ihm ſchon nach Wittenberg:„Du kannſt nicht glauben, was ich leide, wenn ich denken muß, Du lernſt nichts, Du biſt in critiſcher Geſellſchaft oder Du preparirſt Dich gar, ein Spieler zu werden! Aber Hardenberg hat mein Herz von der Folter erlöſ't, er ſagt, Du hätteſt Deine Fähigkeiten genutzt und wenn Du in Deinem Privatunterricht und Deinen Ausarbeitungen mehr Application Dir ſchenken wollteſt, ſo könnte was Ganzes aus Dir werden. O mein guter lieber Dietrich, werde doch was Ganzes! Du magſt werden, was Du willſt, ſei nur das, was Du biſt, ganz, und ich bin über Dich ruhig!“ Zu den ungeliebten Studien kommt nun noch ein ungeliebter Studien⸗ und Stubengenoß, der zwar ſpäter ſein treuer Freund bis zu ſeinem Tode, ihm aber jetzt unbequem oder gar widerwärtig war, ſo daß ſie in Uneinigkeit lebten. Er bittet die Mutter um Trennung. Sie bewilligt dieſelbe, doch nur unter der Bedingung einer Ueberſiedelung nach Leipzig, der einzigen, unter der ſie mit Anſtand geſchehen könne. Demnach erfolgt dieſelbe Michael 1787. Sein väterlicher Freund Hardenberg, der ihn in Leipzig gleich im Anfange per⸗ ſönlich beobachtet hatte, ſchreibt ihm aus Weißenfels d. 5. Novbr. 1787:„Ich habe Deine Colle⸗ gia ſo eingerichtet, daß Du nicht übermäßig zu ſtudiren brauchſt. Wenn ſie aber nicht der Hauptgegenſtand Deines Aufenthaltes in Leipzig werden, wenn Pferde, Hunde, Billard und Vögel ꝛc. ꝛc. Dir nicht zur Erholung, ſondern zum ſchädlichen Object Deiner Wünſche und Gedanken werden, quid tunc? Welche Ausſicht für Deine Freunde, Deine Mutter, Dein Vater⸗ land, Deine Unterthanen und mich? Ich ſchweige und empfehle Dir dieſes Alles zur ernſtlichen Prüfung. Der Mann von Wort(für den ich Dich halte) kann fehlen, beſonders im 18. Jahre. Aber im ganzen Plan darf er nicht fehlen, ſonſt iſt ſein Wort kein Wort und ſein Verſprechen nicht ernſtlich.“ Bald nachher macht ihm ſeine Mutter Vorwürfe darüber, daß er ohne ſeinen Hofmeiſter in Wittenberg geweſen:„Ich bitte Dich recht ſehr, genire Dich nur noch die kurze Zeit, es verdirbt dem Mann ſeine Reputation, wenn man hört, daß Du ſolche Escapaden machſt.“ Mutter und Vormünder mochten freilich unerwogen laſſen, daß nur die gewährte, ja geförderte Uebung der edlen geiſtigen Neigungen, die hier durch das anbefohlene Studium verkümmert wurde, eine kräftige Natur vor zu lebhafter Verfolgung gewöhnlicher ſchützt. Von der andern Seite war die Gewöhnung an Gehorſam und Selbſtverleugnung dem kühnen Geiſte heil⸗ ſam, da ſeine innerſte Kraft ſich nicht brechen ließ, ſondern ſich in ſich ſelbſt zuſammenzog und heimlich aufbäumte. Es zeigten ſich ſchon jetzt die Symptome einer menſchlich freien, ſelbſtändigen


