Aufsatz 
Die Völckerische Lehr- und Erziehungsanstalt zu Gießen in einigen ihrer äußeren Einrichtungen : Einladungsschrift zu der Prüfung der Zöglinge am 16ten Sept. 1837 / von Karl Heinrich Wilhelm Völcker
Entstehung
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Geld und Beſoldung nicht als den letzten Zwea ſeiner Thätigkeit und Anſtrengungen auſehen!

Horen wir nun, wie wir nach dieſen Grundſätzen unſere Belohnungen im Einzelnen eingerichtet haben.

Nachfolgende Mittel der Anſtalt. Je unſelbſt⸗ ſländiger nach das Kind, deſto mehr bedarf es der einzelnen Erregungen. Daher mißt jeder Lehrer nach der Stunde je⸗ dem Schüler den Werth ſeiner Arbeit, hauptſächlich

nach dem Fleiße, lant und oͤffent lich nach ſechs Ab⸗

ſufungen, vonſehr gut bisſehr ſchlecht, und verzeichnet vor ſeinen Augen dieſes Urtheil, der Kurze we⸗ gen durch Nummern von 1 bis 6 in einer Tabelle. Dieſe Nummern bilden die hauptſächlichſte Grundlage für die Be⸗ urtheilung in den wöchentlichen Cenſuren. Der Schüler weiß ſo, daß keine ſeiner irgend erheblichen Au⸗ ſtrengungen unbeachtet bleibt. Er weiß, dag die Num⸗ mern getreu in die Cenfuren aufgenommen werden, ſo daß auch die Eltern dadurch zu Haus in den Stand geſetzt ſind, alen Leiſtungen ihrer Kinder bis ins Specielle zu folgen. Beſonderes Lob und beſonderer Tadel werden außer⸗ dem noch täglich an mich zur Verzeichnung in ein Tage⸗ buch berichtet, in erſeren Fale zum Sporn, im letteren, um ſegleich einſchreien zu kinnen, wenn ſchnelle Hulfe nö⸗ tig iſ

Uber einem Kinde, welches ſich in ſeinem Lernen vergaß, darf nicht die Ausſcht zum Beſſermachen genommen ſeyn, wenn es nicht ginzlich muthlos werden ſoll, und dar⸗ um iſt bei uns feſigeſetzt, daß eine jede ſchlechte Nummer durch eine volliommen genlgende in demſelben Fache bis zu Ende der Woche wieder gut gemacht werden kann, ſo daß die ſchlechte gar nicht in Anrechnung kammt, zußleich ein mächtiger Antrie zu verdoypeltem neuen Fleiße