Aufsatz 
Die Völckerische Lehr- und Erziehungsanstalt zu Gießen in einigen ihrer äußeren Einrichtungen : Einladungsschrift zu der Prüfung der Zöglinge am 16ten Sept. 1837 / von Karl Heinrich Wilhelm Völcker
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

am Ende der Woche in die Cenfuren aufgenommen werden. Indem unm dieſe Striche und jene Nummern bei der Schä⸗ bung des Schülers an Schluſſe der wöͤchentlichen enſuren meſentlich in Anſchlag kommen, und die zugnerkennende Aus⸗ zrichnung darnach modifteit wird, verwandeln ſich Striche und Nummern in eine angemeſſene naturliche Strafr. Ueberall muß ubrigens der Lehrer bedenken, daß es nicht auf die Groͤße der Strafen, vielmehr auf die Bedeutung ankbmun, die er ihnen in den Augen des Schulers iu geben

Belahnungen nun ſind die nachfolgenden Mittel, durch welche wir zum Gelingen der Arbeit anzuregen ſu⸗ chen. Es kann nicht geleugnet werden, daß jenes Motiv zum Lernen, aus der Sache an ſich genommen, dabei nicht mehr rein und ungetrubt wirke. Allein die Natur des Kindes iſt noch zu ſiunlich, als daß es jenen inneren und geiigen Beweggrund ſchon ſakk genug bei ſch ausprägen könnte, und auch des Gelingens ſeiner Thütigkeit iſt es ſich ſelbſt oft ſo wenig gewiß, daß es in den meiſten Fällen noch einer äußeren Alutorität zu ſeiner Beruhigung bedarf, ſowie ſeine Freude noch der Verſtärkung von außen braucht. Fühlt ja doch der Erwachſene das Bedärfuiß, Luſt und Glück ſch in Andern wiederſpirgeln zu ſehen! Knupfe ſich aber dieſe Beruhigung auch nur an das lobende Wort des Leh⸗ rers oder an ein anderes Zeichen, immer wird jenes Motiv nicht mehr rein erhalten ſeyn.

. Nur ſchen die Belohnungen nicht ſinnlicher Natur, 3. B. Näſchereien, Vergnügungen, ſondern möglichſt geiſtig gehalten. Zur letzteren Klaſſe gehören die Ehrenbeloh⸗ nungen. Wir bedienen uns daher als ſolcher in unſerer Schule äußerer Zeichen, in einer gewiſſen Abſtufung. Nich⸗ tet ſich auch die Spannung auf das Feichen als ſolches, ſo doch immer auf eine Vollkommenheit, die in der Einbildung des Kindes einer jeden anderen Voll⸗