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der bloße Tadel darf nie entmuthigend werden, maglichſt ſelten eintreten, ſich nicht auf das ganze Weſen des Schülers erſtrechen, und auch von der Arbeit, wo ſich un⸗ terſcheiden läßt, nicht das Ganze, ſondern den moglichſt kleinſten Punkt treffen. Was aus Furcht ober mit Ab⸗ neigung gelernt wird, wird langſamer gelernt und ſchneller vergeſſen.
Immerhin muß es wünſchenswerth bleiben, daß auch bei dem Betragen, wo Strafen am erſten vaui ſind, ſte möglichſt ſelten eintreten, wegen der aus häufiger An⸗ wendung entſezeiden Schächung und Entſellung des Cha⸗ rakters uberhaupt, Vorbauen iſt daher das beſte Aus⸗ kunſtsmittel. Dafr ſuchen wir in unſerer Anſtalt in der Alrt zu wirken, daß wir in den Stunden fär möglichſe Beſchäftigung und gleichzeitige Theilnahme aller Einzelnen an dem Unterricht ſorgen, welches bei einer kleinen Anzahl von Schülern leichter zu erreichen iſt; außer den Stun⸗ den, durch vorbauende Beaufſichtigung, ohne Be⸗ ſchränkung der Freiheit der Kinder in ihrem gegenſeitigen Umgange, und durch Handhabung der Schulordnung und des dadurch zu begrundenden Schulgei⸗ ſtes. Sowſe dadurch außerordentlich viel gewonnen wird, daß die Kinder den ganzen Tag, auch die Frei⸗ und Spielſtunden, bei uns zubringen, und ſomit ſo nuaseiti nachtheilige Anſteckang von außen ganz weg⸗
t erraſe beim Lernen können nur dann eintreten, wenn alle andere Mittel nicht ausreichen, und wenn doch nun einmal etwas gelernt werden ſoll. Aber ſie muſſen, wie man ſie zu nennen pflegt, natarliche ſeyn, und alſo hauptſächlich in Nachlernen und Beſſermachen beſte⸗ hen. Vor Verdoppelung einer Strafarbeit aber hüte ſich der Lehrer, damit nicht die Kinder die Arbeit als Strafe anzuſehen ſich gewöhnen.


