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So geivif man hierbey nicht beabſchtigt, die Kinder für die Folgezeit in unnöthige Furcht zu verſehen, eben ſo gewiß iſt es, daß Kinder ſchüchtern gemacht werden, wpenn man bey jeder Gelegenheit ſich hart gegen ſie äuf⸗ ſert, mit Scheltworten gegen ſie ausfahrt, oder über gewiſſe Unſchiclichkeiten, 3. E. ſch auf den Elrübogen zn ſühen, den Finger in den Mund zu nehmen ac. ihnen zuruſt:
Pfui, ſchäme dich⸗ ꝛc.
Das Kind hat noch keine Begriffe von Scham, es hat ſich nicht zu ſchämen/es ſol ſch nicht ſchämen ſagt Kt., weil es dadunch mur ſcüchtern gemacht wird, und hieraus eine ge⸗ wiſſe Zurickhaltung, ein nachtheiliges Berheim⸗ lichen entſeht, und weil es ſo immmer auders er⸗
ſceint, als es iſ, ſutt daß es freymüthig alles müßte ſagen durfen. Der einzige Fall, wo das Pfui ſchäme dich, das man leider ſo oft härt, gebraucht werden dürfe, bemerkt feruer der große Menſchenkenner, ſey: wenn das Kinb lüge, denn die Natur hat dem Menſcen die Schamhaftigkeit gegeben, damit er ſich, ſo⸗
bald


